Seelsorge

Die Seele nährt sich von dem, woran sie sich erfreut.
Augustinus (nordafrikanischer Bischof und Philosoph 354 – 430)

 

Persönliche Begleitung und Unterstützung für Bewohnerinnen und Bewohner

Neben den Bereichen der Pflege und Betreuung hat in unseren Seniorenresidenzen auch die sogenannte Seelsorge einen großen Stellenwert und ist sicherlich eines ihrer Alleinstellungsmerkmale. Dabei geht es, getreu der lateinischen Herkunft des Begriffs, zuerst um die Bewohnerinnen und Bewohner. Cura animarum bedeutet die Sorge um die Seele. Demnach kann man den Begriff Seelsorge auch mit den Worten „Mut machen“ und „Trost spenden“ umschreiben. Gemeint ist damit, wie auch bei der Pflege und Betreuung, ein Dienst am Menschen – eine persönliche Begleitung und Unterstützung für die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag, insbesondere aber in den Lebenskrisen, in Trauersituationen und im letzten Lebensabschnitt, aber eben auch an freudigen Ereignissen.


Auf den Punkt gebracht könnte man sagen, dass Seelsorge, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, die Höhen des Lebens feiert und die Tiefen aushält. Diese Begleitung ist bewusst von den großen Kirchen und Religionen unabhängig und offen für alle.

Grundsätzlich steht die Seelsorge jedem Bewohner und jeder Bewohnerin für Gespräche und Beratung zur Verfügung. Neu eingezogene Bewohnerinnen und Bewohner werden besucht, da der Umzug in eine Pflegeeinrichtung oftmals einen gravierenden Einschnitt in das bisherige Leben darstellt. Um die schwerfallende Umstellung bestmöglich zu gestalten, bedarf es einer liebevollen Begleitung durch das Team der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Manchmal braucht es aber auch seelische Unterstützung und an einigen Stellen auch Trost – kurzum es braucht Seelsorge beziehungsweise Seelsorge. Die Pflege der Seelen der Bewohnerinnen und Bewohner ist dabei ganz unterschiedlich gestaltet. Meistens sind es Vieraugengespräche, deren Inhalt vertraulich bleibt.

In den Domicil-Seniorenpflegeheimen suchen einige Bewohnerinnen und Bewohner weniger das Gespräch mit der Seelsorge. Sie erhalten Besuche von unseren Ehrenamtlichen im Besuchsdienst. Die Begleitung und Koordination der ehrenamtlich Engagierten wiederum erfolgt durch die Seelsorge.

Die Seelsorge beinhaltet außerdem eine beratende Tätigkeit. Bei den Beratungen geht es insbesondere um Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten.

Für die Angehörigen und Familien

Darüber hinaus besteht das Gesprächsangebot auch für die Angehörigen und Familien, da auch für sie der Einzug eines Familienmitglieds in eine unserer Seniorenresidenzen eine prägende Zäsur bedeutet. Viele Angehörige haben die Eltern (oder Partner) lange Zeit voller Hingabe gepflegt, betreut und begleitet. Dabei sind auch sie an Grenzen gestoßen und mit ihren Kräften am Ende. Dennoch fällt es schwer, Hilfe anzunehmen und die Pflege anderen zu überlassen.

Erschwerend kommt bei den Angehörigen hinzu, dass sie den körperlichen und geistigen Abbau eines lieben Menschen miterleben und ertragen müssen und schließlich verlangt auch der eigentliche Sterbeprozess den Angehörigen und Familien enorme Kräfte ab. Aus diesem Grund ist auch die seelsorgliche Begleitung und Betreuung von Angehörigen äußerst wichtig. Dies geschieht in der Regel in Einzelgesprächen. Im Bedarfsfall können Gruppentreffen und Themenabende vorbereitet und organisiert werden, um dort über bestimmte Themen zu informieren und sich gegenseitig auszutauschen.

Für unsere Teams in der und rund um die Pflege

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Seniorenpflegeheimen werden in ihrer täglichen Arbeit neben vielen schönen Augenblicken oft auch mit Leid, Not, Schmerz und Tod konfrontiert. Um damit besser umgehen zu können, arbeitet die Seelenpflege, insbesondere in den Bereichen der Sterbebegleitung und Kommunikation, unterstützend mit dem Pflegepersonal. Auch bei persönlichen Sorgen und Nöten, hat die Seelenpflege ein offenes Ohr.

Zudem werden, in regelmäßigen Abständen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Seniorenresidenzen durch die Seelenpflege im Umgang mit Sterbenden und Trauernden geschult. Eine enge Zusammenarbeit mit den ambulanten Hospiz-Diensten ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit. Zusätzlich zu dem, den Bewohnern oft vertrauten Pflegepersonal, begleiten, sofern von Bewohner und Angehörigen gewünscht, ehrenamtliche Hospiz-Helferinnen und Hospiz-Helfer unsere Bewohner am Ende des Lebens. Auch Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie Bewohnerinnen und Bewohner werden in der Zeit des Abschiednehmens und der Trauer begleitet und unterstützt.

Ein letztes Arbeitsfeld ist schließlich der Bereich der Spiritualität, der bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern einen großen Stellenwert hat. Der Kontakt zur Kirchengemeinde oder Religionsgemeinschaft ist oft von großer Bedeutung, da einige Bewohnerinnen und Bewohner hier oft fest verwurzelt sind. In unseren Einrichtungen finden deshalb regelmäßig Gottesdienste statt, wozu alle herzlich eingeladen sind. Auf besonderen Wunsch ist es auch möglich, den Kontakt zu den jeweiligen Pfarrerinnen und Pfarrern zu vermitteln.