Glossar für und rund um die Pflege

In vielen Berufen beziehungsweise Branchen gibt es sie: die Fachsprache mit ihren Fachbegriffen. Das gilt in der und rund um die Pflege genauso. Und auch wenn wir die Website so einfach und verständlich wie möglich für Sie halten, bleiben manche Worte erklärungsbedürftig.

Im Glossar für und rund um die Pflege finden sie Definitionen und Erörterungen zu Fachbegriffen, zu ihren spezifischen Zusammenhängen und Tipps zu weiteren Informations- und Wissensquellen für die Pflege.

Recherche-Grundlage für dieses Glossar ist unter anderem die Website des Gesundheitsministeriums (bundesgesundheitsministerium.de). Diese Seite empfehlen wir Ihnen auch gern für zusätzliche Informationen.


ABC | DEF | GHI | JKL | MNO | PQR | STU | VWX | YZ


A

Aktivierende Pflege

Aktivierende Pflege fördert die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Menschen. Als Hilfe zur Selbsthilfe baut sie das Selbstbewusstsein der Pflegebedürftigen auf.

Aktivierende Pflege hilft Pflegebedürftigen, vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen  zu erhalten beziehungsweise wiederzuerlangen. Betroffene können so den Alltag allein oder beaufsichtigt, mit Anleitung oder Unterstützung, bewältigen.

Altenheim, Altenwohnheim

Altenheime beziehungsweise Altenwohnheime bieten eine leichte pflegerische Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung. Die Leistungen richten sich primär an Seniorinnen und Senioren mit Unterstützungsbedarf in der Haushaltsführung. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben hier ansonsten weitestgehend eigenständig.

Mieterinnen und Mietern steht entweder ein Zimmer oder eine kleine Wohnung zur Verfügung, zum Teil mit einer kleinen Küche. Außerdem besteht die Möglichkeit, zusammen mit anderen Bewohnerinnen und Bewohner in einem Saal gemeinsam zu speisen.

Altenheim als Begriff wird sehr unterschiedlich genutzt. Begriffe wie Seniorenheim oder Seniorenresidenz sind ebenso gängig. Im Altenheim überwiegt das selbstbestimmte Leben. Im Pflegeheim sind die Bewohnerinnen und Bewohner dem Namen nach noch mehr auf pflegerische Unterstützung angewiesen.

Bei DOMICIL finden Sie Seniorenresidenzen und Seniorenpflegeheime. Wir bevorzugen diese Begriffe, da diese die Menschen mehr in den Mittelpunkt stellen, statt deren Geburtsjahr.

Altenpflege (Seniorenpflege)

Altenpflege (Seniorenpflege) gilt älteren Mitmenschen, die wegen ihres Alters oder altersbedingter Krankheiten pflegerische und betreuerische Unterstützung benötigen. Diese bezieht sich auf die Bewältigung des Tagesablaufs ebenso wie auf die mögliche Rehabilitation. Auch geht es darum, schwer erkrankte ältere Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten und ihnen diesen mittels palliativer Unterstützung zu erleichtern.

Die Sterbebegleitung ist das Tätigkeitsfeld in der Altenpflege (Seniorenpflege), das unseres Erachtens besondere Wertschätzung verdient. Es ist eine Herausforderung für die Sterbenden, für die Angehörigen und eben auch die Pflegerinnen und Pfleger. Bei DOMICIL gibt es daher beispielsweise in einigen Einrichtungen zusätzlich einen seelsorgerischen Bereich.

Altenpflege (Seniorenpflege) erfordert speziell ausgebildetes Fachpersonal. Dementsprechend ist der Pflegeberuf auch staatlich anerkannt. Unser Pflegepersonal erhält beziehungsweise fördert die Selbstständigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner.

Die Altenpflege (Seniorenpflege) bei DOMICIL ist interdisziplinär. Das Netzwerk besteht aus Ärzten, Betreuern, Gesundheits- und Pflegefachkräften. So erhalten Seniorinnen und Senioren eine umfassende medizinische und soziale Betreuung und Versorgung.

Altern

Siehe hierzu auch Vergreisung.

Altern entspricht der Natur des Menschen, überhaupt: der Lebewesen.

Wir werden erwachsen, eigenständig. Wir altern, benötigen wieder Hilfe. Früher oder später verlieren unsere Organe ihre Funktion. Wir sterben. – Das Altern bringt oft Krankheiten mit sich: Krebs, Herzerkrankungen, Alzheimer und weitere. Altern bestimmt damit auch unsere Lebenszeit.

Unterschieden werden primäres und sekundäres Altern. Beim primären Altern geht es um das durch die Veränderungen unserer Zellen hervorgerufene Altern und die damit maximal erreichbare Lebenszeit. Diese liegt bei etwa 120 Jahren. Beim sekundären Altern stehen die äußeren Faktoren im Mittelpunkt, da sie unsere Lebenserwartung mindern. Beispiele dafür sind Erkrankungen, fehlende Bewegung, ungesunde Ernährung oder die Einnahme von Drogen. Die Art, wie wir unser Leben führen, kann sich folglich auf das sekundäre Altern auswirken. Primäres und sekundäres Altern können einander bedingen. Insofern ist hier auch eine strikte Trennung der beiden Formen zu relativieren.

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B

Begutachtung (Pflegeversicherung)

Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes kann altersunabhängig auftreten. Für Leistungen aus der Pflegeversicherung ist ein Antrag bei der Pflegekasse zu stellen. Die Pflegekasse beauftragt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder andere unabhängige Gutachterinnen beziehungsweise Gutachter. Diese ermitteln die Pflegebedürftigkeit und deren Grad.

Bei der Begutachtung geht es um die vorhandenen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten der Versicherten. Dafür gibt es sechs Bereiche: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits-oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen, Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

Die gesetzlich vorgegebene Bearbeitungsfrist beträgt grundsätzlich 25 Arbeitstage.
In dringenden Fällen muss die Begutachtung durch den MDK oder andere Gutachter innerhalb einer Woche erfolgen. Etwa wenn es gilt, die weitere Versorgung in einer Einrichtung zu sichern (Krankenhaus, Seniorenpflegeheim, Hospiz oder bei einer ambulant-palliativen Versorgung). Oder um den Nachweise für eine Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz oder Familienpflegezeitgesetz gegenüber dem Arbeitgeber zu erbringen.

Begutachtungsfristen

Die gesetzliche Bearbeitungsfrist für beantragte Pflegeleistungen beträgt 25 Arbeitstage.

Bei einem Krankenhaus-Aufenthalt, stationärer Unterbringung in einer Reha-Einrichtung, in einem Hospiz oder einer ambulant¬palliativen Versorgung muss die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) innerhalb einer Woche erfolgen. Voraussetzung dafür ist die erforderliche Sicherstellung der weiteren Versorgung oder die angekündigte Inanspruchnahme von Pflegezeit gegenüber dem Arbeitgeber.

Bei häuslicher Pflege ohne palliative Versorgung gilt, auch hinsichtlich der angekündigten Inanspruchnahme von Pflegezeit gegenüber dem Arbeitgeber (Familienpflegezeit), eine Frist von zwei Wochen.

Behandlungspflege

In der Behandlungspflege erbringen Pflegekräfte aus dem Bereich Kranken- beziehungsweise Altenpflege ärztliche angeordnete Leistungen. Dazu zählen beispielsweise Blutdruckmessung, Blutzucker-Messung, Medikamentengabe, Verbandswechsel, Wundversorgung und so weiter. Eine Behandlungspflege kann sowohl ambulant als auch stationär stattfinden.

Betreutes Wohnen

Betreutes Wohnen ermöglicht es Personen, in eigener Wohnung weitestgehend eigenständig zu leben. Meist befinden sich betreute Wohnungen innerhalb oder in der Nähe von therapeutisch-pflegerischen Einrichtungen. Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten Unterstützung beim Einkauf, bei der Wohnungsreinigung, dem Wäschewaschen und mehr.

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C

Chronisch kranke Menschen

Chronische Erkrankungen gehen meist mit einer intensiven ärztlichen Betreuung verschiedener Fachrichtungen einher. Auch ist die aktive Mitwirkung der Patientinnen und Patienten gefragt.

Bei schwerwiegenden chronischen Erkrankungen erfahren die Betroffenen eine finanzielle Entlastung. So sind Zuzahlungen nur bis zu einer Belastungsgrenze von einem Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt zu leisten.

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D

Demenz

Der Begriff Demenz stammt aus dem Lateinischen. Er bedeutet "weg vom Geist" beziehungsweise "ohne Geist" und beschreibt damit bereits das Hauptmerkmal von Demenzerkrankungen. Die geistige Leistungsfähigkeit geht verloren.

Auf anfängliche Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit folgt die Beeinträchtigung des Langzeitgedächtnisses. Die Betroffenen verlieren ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten. Eine Demenz wirkt sich auf das komplette Wesen des Menschen aus, auf die Wahrnehmung, das Verhalten und das Erleben.

Es gibt primäre und sekundäre Formen der Demenz. Letztgenannte sind die Folge anderer, meist außerhalb des Gehirns angesiedelter Grunderkrankungen. Etwa Stoffwechsel-Störungen, Vitaminmangel und chronische Vergiftungen durch Alkohol oder Medikamente. Diese Grunderkrankungen sind behandelbar, teilweise sogar heilbar. Eine Rückbildung der demenziellen Beschwerden ist möglich.

Sekundäre Demenzen machen nur circa 10 Prozent der Krankheitsfälle aus. 90 Prozent sind primäre und damit irreversibel ("unumkehrbar"). Hier überwiegt dann Alzheimer. Diese Erkrankungsform umfasst rund zwei Drittel aller Demenzerkrankungen. Circa 20 Prozent sind vaskulär bedingt (Gefäßverstopfungen). Auch Mischformen spielen eine Rolle. Daran leiden etwa 15 Prozent der Patientinnen und Patienten.

Demenz gilt als eine der häufigsten Ursachen für die Pflegebedürftigkeit.

Demografischer Wandel

Demografischer Wandel beinhaltet hierzulande zugleich eine alternde Gesellschaft. Wir werden immer älter. In Relation dazu sind die Geburtenraten niedrig. In der Folge sinkt der Bevölkerungsstand.

Bei immer älter werdenden Menschen wird auch der Pflegebedarf entsprechend proportional steigen. Und mit ihm der Bedarf an Pflegepersonal. Der demografische Wandel ist somit eine Herausforderung, der sich die Pflege schon heute zu stellen hat.

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E

E-Health

E-Health beschreibt elektronische Lösungen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), die der Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten dienen.

Der Begriff umfasst patientenbezogene Anwendungen zur elektronischen Verarbeitung von Informationen und deren Austausch über sichere Datenverbindungen. E-Health unterstützt damit die Behandlungs- und Betreuungsprozesse für Patientinnen und Patienten. Ziel dabei ist unter anderem auch die bessere interdisziplinäre Vernetzung und Kommunikation. Die medizinische Anamnese (Krankenvorgeschichte) kann so schneller eingesehen werden. Gleiches gilt etwa für Dokumentationen oder den Medikationsplan.

Derart sensible Daten erfordern einen besonderen Schutz und eine entsprechend sichere Infrastruktur.

E-Health-Gesetz

Das "Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ (E-Health-Gesetz) legt den juristischen Grundstein zur Entwicklung der für E-Health erforderlichen digitalen Infrastruktur.

Das E-Health-Gesetz gibt dabei der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) und der Industrie ein Zeitfenster für die bundesweite Einführung vor. Danach soll die Infrastruktur bis Mitte 2018 allen Arztpraxen und Krankenhäusern zur Verfügung stehen.

Ehrenamt in der Pflege

Die wachsende Zahl pflegebedürftiger Menschen führt zu einem steigenden Personalbedarf in der Pflege. Dies gilt sowohl für Profis als auch Ehrenamtliche. Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz stärkt daher auch bürgerschaftliches Engagement.

Ehrenamtliche werden in die regionalen Versorgungsnetze einbezogen. Die Angebote umfassen beispielsweise Unterstützung im Alltag auf kommunaler Ebene, hier etwa Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz, die Entlastung von Pflegekräften durch punktuelle Betreuungsübernahme und Versorgung der Pflegebedürftigen. Dies kann zu Hause oder auch in stationären Einrichtungen geschehen, meist in Kooperation mit den örtlich beratenden und vermittelnden Pflegestützpunkten.

Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit in der Pflege interessieren, können hierfür Schulungen der Pflegeeinrichtungen erhalten. Außerdem hinaus gibt es auch kostenlose Pflegekurse über die Pflegekassen. Darüber hinaus können Pflegeeinrichtungen eine Aufwandsentschädigung zahlen. Dies gilt insbesondere für ehrenamtliches Engagement bei allgemeinen Pflegeleistungen.

Sie wollen sich bei DOMICIL ehrenamtlich engagieren? Hier erfahren Sie mehr.

Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

Die Entbürokratisierung in der Pflege soll die ambulante und stationäre Pflegedokumentation effizienter machen. Ein dafür entwickeltes Strukturmodell soll seit 2015 mit dazu beitragen. Danach beinhaltet die Pflegedokumentation vier Abschnitte.

Die strukturierte Informationssammlung (SIS) mit vorgegebenen Themenfeldern erfolgt gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person und der Pflegefachkraft. Damit soll die individuelle Situation eingeschätzt werden.

Zusätzlich werden pflegerische Risiken und Phänomene übersichtlich in der SIS erfasst. Daraus lässt sich ein Maßnahmenplan ableiten. Damit werden zugleich Evaluationsdaten festgelegt.

All dies dient der Sicherung der Pflege-Qualität.

Grundlegend für das Strukturmodell ist die Fokussierung auf die Pflegebedürftigen und deren persönliche Perspektive. Dabei wird von einer Dokumentation wiederkehrender Abläufe bewusst abgesehen, stattdessen auf die Kompetenz der Pflegefachkräfte gesetzt.

Ergebnisqualität in der Pflege

Ambulante Dienste und Pflegeheime werden vor allem mit Blick auf ihre Ergebnisqualität hin geprüft.

Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) und des Prüfdienstes des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) beurteilen daher neben der Pflegedokumentation vor allem auch den Zustand der Menschen selbst.

Sie prüfen die Wirkung der pflegerischen Maßnahmen und achten auf etwaige Pflegedefizite wie etwa Druckstellen oder Mangelernährung.

Für die Zufriedenheit der Pflegebedürftigen gibt es zudem eine eigene Bewertungskategorie.

Eventmanagement

Eventmanagement ist ein Synonym für Veranstaltungsmanagement und beschreibt die konzeptionelle Entwicklung, Planung einschließlich Kalkulation, Organisation, Koordination und Umsetzung von Veranstaltungen.

DOMICIL zeichnet sich unter anderem durch zahl- und abwechslungsreiche Veranstaltungen für Bewohnerinnen, Bewohner, Angehörige und weitere Gäste aus. Im ganzen Jahr. Das Eventmanagement ist daher ein wichtiges Berufsfeld in den Einrichtungen. Weitere Informationen erhalten Sie auch unter Betreuung/Veranstaltungen auf dieser Website.

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F

Fantasiereise

Die Fantasiereise (auch Traumreise) ist eine Therapieform zur Entspannung, Förderung unserer Energie, unserer Erkenntnisse, Erinnerungen und deren Verarbeitung.

Sie wird als Geschichte in angenehmer Atmosphäre erzählt, hat meist fünf Phasen. Dabei gibt es unterschiedliche Formen, die der/dem Reisenden einen entsprechend unterschiedlichen Freiraum für die eigene Fantasie geben.

Fantasiereisen sind wohltuend, vor allem in ruhiger, entspannender Atmosphäre. Darum eignen sich Snoezelen-Räume gut dafür (siehe auch Snoezelen). Besonders von Demenz betroffene Bewohnerinnen und Bewohner finden hier gut zu sich, etwa durch die Erinnerung, angeregt durch Fotos, Melodien oder Lieder aus der Vergangenheit.

Mehr zu den fünf Phasen und den unterschiedlichen Formen der Fantasiereise erfahren Sie unter dem Begriff Traumreise.

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G

Geriatrie

Geriatrie beschreibt die Lehre von alternden Menschen im Sinne der Altersheilkunde beziehungsweise der Altersheilmedizin. Der Begriff stammt von Gerontologie (Altersforschung) und beinhaltet die wissenschaftliche Betrachtung des Älterwerdens.

Geriatrische Rehabilitation

Die geriatrische (altersmedizinische) Rehabilitation hat das Ziel, dass ältere Menschen nach Unfall oder Krankheit so lang wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben, ihr Leben aktiv gestalten können. Die geriatrische Rehabilitation kann ambulant, teilstationär oder stationär erfolgen Pflegebedürftige können die Rehabilitationsleistungen auch in Einrichtungen für stationäre Pflege (Seniorenpflegeheime) erhalten.

Gerontologie

Die Gerontologie ist die Wissenschaft des Alters und des Alterns.

Wie äußert sich das Altern körperlich, geistig, gesellschaftlich, geschichtlich und kulturell? Wie werden die besagten Aspekte des Alterns im Diskurs beschrieben? Wie entwickeln sie sich? – Diesen und weiteren Fragen geht die Gerontologie wissenschaftlich und interdisziplinär nach. Beteiligt sind dabei die Geistes-, Human-, Natur-, die Sozialwissenschaften und selbstverständlich auch die Medizin.

Wichtige Themenfelder der Gerontologie sind

-       Altenhilfe: Hier gilt es, ältere Menschen auch institutionell zu unterstützen

-       Alterssoziologie, mit Fokus auf gesellschaftliche Belange rund um das Altern

-       Biogerontologie, also das Forschen nach den Ursachen des Alterns

-       Demografie, das heißt, die Entwicklung der Bevölkerung (siehe auch Demografischer Wandel)

-       Geriatrie

-       Gerontopsychiatrie (Feststellung und Behandlung psychischer Erkrankungen im Alter)

-       Gerontopsychologie als Forschungsfeld der geistigen Aspekte des Alterns

-       Gerontopsychotherapie für die seelische Unterstützung von älteren Menschen und auch Angehörigen

-       Praktische Theologie als theologische Betrachtung des Alterns

-       Seniorenmanagement zur Alltagsorganisation älterer Menschen

-       Soziale Gerontologie mit der sozialen Perspektive als Schwerpunkt

Bei der Vielfalt der Themenfelder ist es in der Gerontologie umso wichtiger, auch den Blick für eine ganzheitliche Betrachtungsweise zu behalten. Daher ist es mittel- bis langfristiges Ziel der Gerontologie, die diversen Disziplinen zu einer eigenständigen zusammenzuführen.

Grundpflege

Die Grundpflege im Sinne der Pflegeversicherung betrifft die Körperpflege, Ernährung und Mobilität der Pflegebedürftigen.

Zur Körperpflege zählen Hilfe beim Waschen, Duschen, Baden, bei der Zahnpflege, beim Kämmen, Rasieren und bei der Darm- und Blasenentleerung. Bei der Ernährung achtet die Grundpflege auf mundgerechte Zubereitung und Aufnahme der Speisen. In puncto Mobilität stehen das Aufstehen und Zu-Bett-Gehen und das damit verbundene An- und Auskleiden im Vordergrund. Zudem werden Gehen, Stehen, Treppensteigen bewältigt. Gleiches gilt für das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung beziehungsweise der Pflegeeinrichtung.

Nicht zur Grundpflege zählt die hauswirtschaftliche Versorgung. Auch Hilfen bei der Durchführung ärztlicher Verordnungen (wie etwa die Medikamentengabe) sind hier auszuklammern.

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H

Heim

Bei der Definition für Heimbegriff geht es im Wesentlichen um die unterschiedlichen Heimtypen: Altenwohnheim, Altenheim und Altenpflegeheim.

Als Anmerkung sei an dieser Stelle nur erwähnt, dass bei DOMICIL von Senioren die Rede ist. Dieses Wort stellt die Menschen in den Mittelpunkt. Also werden Sie bei DOMICIL stets die Begriffe Seniorenwohnheim, Seniorenheim und Seniorenpflegeheim finden. Beziehungsweise eben Seniorenresidenz.

Zurück zu den Heimtypen und deren Definition:

Im Altenwohnheim (Seniorenwohnheim) haben die Bewohnerinnen und Bewohner eine Wohnung mit eigener Küche. Darin leben sie eigenständig. Mahlzeiten können optional mit anderen Bewohnerinnen und Bewohnern eingenommen werden.

Im Gegensatz dazu bieten Altenheime (Seniorenheime) älteren Menschen mit entsprechendem Bedarf hauswirtschaftliche Unterstützung und/oder pflegerische Betreuung. Die Bewohnerinnen und Bewohner leben hier in einer kleinen Wohnung oder einem Zimmer.

Hier leben die Bewohnerinnen und Bewohner oft in ihren eigenen kleinen Wohnungen oder Appartements.

In Pflegeheimen beziehungsweise Altenpflegeheimen (Seniorenpflegeheimen) gibt es meist Doppel- oder Einzelzimmer. Um etwas von der vertrauten Umgebung zu behalten beziehungsweise um der Individualität etwas Raum zu geben, sind auch eigene Möbel gestattet, mitunter sogar ausdrücklich gewünscht. Das gilt übrigens auch für DOMICIL.

Alten- beziehungsweise Seniorenpflegeheime zeichnet eine umfassende pflegerische und hauswirtschaftliche Betreuung aus.

Die Grenzen zwischen den Heimtypen sind heutzutage fließend. Oft bieten Einrichtungen auch Mischformen an, im Sinne ganzheitlicher Leistungen für jeden Bedarf. So werden Sie auch bei DOMICIL viele Einrichtungen finden, die alle Heimtypen und die damit einhergehenden Möglichkeiten bedienen können.

Hospiz- und Palliativgesetz

Im Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (Hospiz- und Palliativgesetz – HPG) finden sich die Maßnahmen zur medizinischen, pflegerischen, psychologischen und seelsorgerischen Versorgung von Menschen in der letzten Lebensphase. Dabei gilt es, deren Situation an sich zu verbessern und zugleich den flächendeckenden Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung zu fördern.

Palliativversorgung soll Erkrankungsfolgen lindern (Palliation), wenn keine Heilungschancen mehr bestehen. Sie kann zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im Hospiz erbracht werden.

Das HPG gilt seit dem 8. Dezember 2015.

Die Palliativversorgung ist seitdem ausdrücklich Bestandteil der Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Im Zuge der Leistungsverbesserungen soll beispielsweise die ambulante Hospizarbeit in Pflegeheimen stärker berücksichtigt werden.

Sterbebegleitung ist nun ausdrücklicher Bestandteil der sozialen Pflegeversicherung. Dementsprechend sind Kooperationsverträge der Pflegeheime mit Haus- und Fachärzten abzuschließen. Pflegeheime sind zur Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten und zur Transparenz hinsichtlich der Kooperation mit diesen verpflichtet.

Pflegeheime können außerdem den Bewohnerinnen und Bewohnern einen Versorgungsplan zur medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Betreuung in der letzten Lebensphase anbieten. Dieses besondere Beratungsangebot wird ebenfalls von den Krankenkassen finanziert.

Im DOMICIL finden Sie daher bereits in diversen Einrichtungen einen Seelsorge-Bereich mit dafür qualifizierten Ansprechpartnern.

Wichtig im Zusammenhang mit der Palliativ- und Hospizversorgung sind die Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Hierzu beraten einerseits die Leistungsträger. Andererseits werden Sie auch bei DOMICIL stets Informationen und Unterstützung zu beziehungsweise bei diesen Themen erfahren.

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I

Immobilität

Menschen, die immobil sind, können laut Definition kaum mehr ihr Bett verlassen (Bettlägerigkeit). Ursachen dafür sind starke Bewegungseinschränkungen oder körperliche und/oder geistige Behinderungen.

Innovative Behandlungsmethoden

Innovationen sind gezielt zu fördern, um das Gesundheitssystem perspektivisch und entsprechend nachhaltig zu stärken.

Innovationen den Patientinnen und Patienten im Idealfall zeitnah zur Verfügung stehen. Seit Anfang 2012 legitimiert das GKV-Versorgungsstrukturgesetz den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), innovative nichtmedikamentöse Untersuchungs- und Behandlungsmethoden und deren wissenschaftliche Evaluation selbst zu initiieren. Die Erprobung kann von den betreffenden Anbietern beantragt und finanziell entsprechend unterstützt werden.

Der Vorteil: Neue Behandlungsmethoden werden gezielt geprüft und parallel bereits in der Patientenversorgung mit einbezogen. Die Ergebnisse dessen entscheiden schließlich über die allgemeine Anerkennung für eine neuen Leistung im Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung.

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J

K

Kostenerstattung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten, im Gegensatz zu privat Versicherten, für gewöhnlich Sach- oder Dienstleistungen. Die GKV stellt somit Leistungen zur Verfügung und übernimmt die Kosten dafür, ohne dass die Versicherten in Vorleistung gehen müssen.

Alternativ dazu können sich Versicherte auch für die Kostenerstattung entscheiden. Die Mindestdauer dafür liegt bei einem Quartal. Das Verfahren kann auf einzelne Versorgungsbereiche beschränkt werden, beispielsweise auf ambulante, stationäre oder zahnärztliche Leistungen. Diese erfolgen gegen Rechnung, die dann bei der Krankenkasse eingereicht wird.

Die Leistungshöhe bleibt die gleiche wie sonst. Nur kann die Versicherung etwaige Verwaltungskosten in Höhe von maximal fünf Prozent des Erstattungsbetrages abziehen.

Die Leistungspflicht der Krankenkassen übersteigende Kosten sind von den Leistungserbringern zu kommunizieren. Die Versicherten genießen Vertrauensschutz.

In sogenannten Wahltarifen bieten Krankenkassen zudem spezielle Kostenerstattungstarife mit zum Teil höheren Vergütungen an. Dafür wird eine höhere Prämie erhoben.

Kostenträger

Ja nach Situation und Pflegebedarf der Versicherten finanzieren unterschiedliche Kostenträger die Alten- beziehungsweise Krankenpflege: Krankenkassen gemäß Sozialgesetzbuch V(SGB V), Pflegekassen gemäß SGB XI und Sozialhilfe gemäß SGB XII.

Kurzzeitpflege

Pflegebedürftige benötigen mitunter vollstationäre Pflege auf Zeit, beispielsweise bei zu starken Anforderungen für die häusliche Pflege oder direkt nach einem Krankenhausaufenthalt. Hier greift die Kurzzeitpflege in vollstationären Einrichtungen.

Die Kurzzeitpflege steht allen Pflegebedürftigen von Pflegegrad 2 bis 5 in gleicher Höhe zu, für einen Zeitraum von bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr.

Mittel der Verhinderungspflege, die im Kalenderjahr ungenutzt blieben, lassen sich ebenfalls für Kurzzeitpflege einsetzen. Der Leistungsbetrag kann dadurch entsprechend erhöht, maximal verdoppelt werden. Der beanspruchte Erhöhungsbetrag wird wiederum auf die Verhinderungspflege angerechnet.

Der Anspruch auf Kurzzeitpflege als Krankenkassenleistung besteht seit dem 1. Januar 2016.

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L

Leistungen der Pflegeversicherung

Bürgerinnen und Bürgern stehen diverse Pflegeformen und Pflegeeinrichtungen zur Verfügung. Maßgeblich bei der Wahl ist der Grad Pflegebedürftigkeit. Außerdem ist die individuelle Situation der Betroffenen ebenso wie der Personen zu berücksichtigen, die gegebenenfalls die Pflege übernehmen möchten.

Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen wiederum werden nach ihrem Leistungsangebot unterschieden. So gibt es etwa Einzelpflege und ambulante Pflegedienste für die häusliche Pflege oder auch Pflege-Wohngemeinschaften. Und eine umfassende hauswirtschaftliche Versorgung und pflegerische Betreuung wird in Pflegeheimen geboten.

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M

Medikationsplan

Der Medikationsplan dient vor allem der Sicherheit im Umgang mit Arzneimitteln. Eine Liste mit genauer Medikation und Einnahmehinweisen erleichtert diesen Umgang. Behandelnde Ärzte, betreuende Pflegekräfte und die Betroffenen selbst behalten so die Übersicht.

Seit dem 1. Oktober 2016 besteht ein Anspruch auf Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung.

Ärztinnen und Ärzte müssen den Medikationsplan bei dauerhaft mindestens drei verordneten und entsprechend einzunehmenden Medikamenten ausstellen. Er enthält alle Arzneimittel, die Betroffene einnehmen beziehungsweise anwenden. Dosierungs- und Einnahmehinweise sind darin übersichtlich und verständlich zu dokumentieren.

In der Regel wird die Hausärztin beziehungsweise der Hausarzt den Plan erstellen und/oder aktualisieren. Sie/er betreut die Patienten schließlich schwerpunktmäßig und koordiniert Diagnostik und Therapie.
Patienten ohne Hausärztin/Hausarzt haben Anspruch auf Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans durch die/den Fachärztin/Facharzt.

Von Anfang an mit einbezogen sind zudem Apothekerinnen und Apotheker. Sie sind verpflichtet, den Plan auf Wunsch zu aktualisieren, sobald sich die Medikation ändert.

Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist wesentlich an der Begutachtung zur Frage der Pflegebedürftigkeit von Betroffenen beteiligt. Auch überwacht und sichert er die Qualität in Pflegeeinrichtungen.

Beides entspricht seiner Aufgabe als sozialmedizinischer Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

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N

Nachtpflege

Mit der Nachtpflege haben Angehörige die Möglichkeit, ihre Pflegebedürftigen über Nacht betreuen zu lassen. Damit werden die Angehörigen während der Schlafenszeit entlastet.

Oft wird die Nachtpflege in der Übergangszeit vor einer vollstationären Unterbringung genutzt.

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O

P

Palliativmedizin

(vergleiche hierzu auch Hospiz- und Palliativgesetz)

Gilt die Erkrankung einer/eines Betroffenen als unheilbar und führt diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Tod, wird bewusst von lebensverlängernden Maßnahmen abgesehen. Um den besagten Personen ihre letzte Lebenszeit, ihren letzten Weg so angenehm beziehungsweise erträglich wie möglich zu machen, erfolgt eine gezielte Medikation gegen die aus der Erkrankung resultierenden Schmerzen.

Palliativversorgung und Hospizdienste

Sterbende medizinisch und pflegeriech zu versorgen, zählt zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Unter bestimmten Bedingungen besteht zudem Anspruch auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Dabei soll schwerstkranken Menschen nach Möglichkeit der Wunsch erfüllt werden, in der vertrauten häuslichen Umgebung würdevoll sterben können. Diese Leistung können Patientinnen und Patienten erhalten, die an einer unheilbaren, fortschreitenden und so weit fortgeschrittenen leiden, dass von eine sehr niedrigen Lebenserwartung und besonders aufwändigen Versorgung auszugehen ist. Ärztliches und pflegerisches Personal versorgt diese Versicherten. Dabei wird eng mit Hospizdiensten zusammengearbeitet.

Sowohl ambulante Dienste als auch stationäre Hospize leisten, oft auch auf Basis ehrenamtlichen Engagements, einen grundlegenden Beitrag für die würdevolle Begleitung und Unterstützung von Sterbenden und deren Angehörigen.

Ambulante, teilstationäre und stationäre Hospizdienste werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst.

Patch, Patchen

Patch (aus dem Englischen: Flicken) bezeichnet im Wäscherei-Bereich einen Aufnäher zur dauerhaften, waschfesten Kennzeichnung von Textilien.

Die Patches werden mit gewebten Namen, Initialen oder auch Codes versehen, um die Wäsche ihren Besitzerinnen oder Besitzern leicht zuordnen zu können. In den DOMICIL-Seniorenpflegeheimen sind dies Bewohnerinnen und Bewohner, zudem auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Dienstkleidung).

Das Patchen ist der Begriff für das eigentliche Aufnähen oder auch Aufbügeln der Patches.

Patientenverfügung

Mit der Patientenverfügung haben wir alle die Möglichkeit, bestimmte medizinisch durchzuführende Maßnahmen vorsorglich festzulegen. Gleiches gilt für solche Maßnahmen, die nach unserem Wunsch zu unterlassen sind.

Die Patientenverfügung greift dann, wenn wir selbst diese Willensbekundung nicht mehr äußern können. So wird dennoch unser Wille als Patientin/Patient umgesetzt.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich bei der Patientenverfügung ärztlich beziehungsweise entsprechend fachkundig beraten zu lassen. Außerdem können wir die Patientenverfügung jederzeit widerrufen.

Treffen die Festlegungen der Patientenverfügung aktuell zu, sind Ärztin oder Arzt ebenso daran gebunden wie Vertreterin der Vertreter (Betreuer/-in oder Bevollmächtigte/-r).

Pflegebedürftigkeit

Vergleiche hierz auch Begutachtung.

Personen, deren Selbstständigkeit oder Fähigkeiten gesundheitsbedingt beeinträchtigt und daher auf die Hilfe anderer angewiesen sind, gelten als pflegebedürftig. Voraussetzung dafür ist, dass die körperlichen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingten Belastungen oder Anforderungen nicht (mehr) selbstständig kompensiert oder bewältigt werden können.

Zudem muss die so definierte Pflegebedürftigkeit auf Dauer bestehen, das heißt, voraussichtlich für mindestens sechs Monate.

Pflegeberaterinnen und Pflegeberater

Pflegebedürftige und Angehörige haben Anspruch auf eine individuelle und kostenlose Pflegeberatung. Grundlage dafür ist § 7a Sozialgesetzbuch XI (SGB XI).

Angehörige haben auch ohne Teilnahme der pflegebedürftigen Personen den beschriebenen Anspruch. Einzige Voraussetzung dafür ist die Zustimmung der pflegebedürftigen Person.

Die Pflegekasse bietet nach einem Leistungsantrag einen Pflegeberatungstermin an. Dieser soll innerhalb von zwei Wochen nach Antragstellung erfolgen. Dabei wir eine feste Ansprechpartnerin oder ein fester Ansprechpartner benannt. Diese Person ist bei den Pflegekassen Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner für alle Belange der Pflegeversicherung. Dementsprechend sind diese auch geschult, als Pflegeberaterinnen und Pflegeberater mit besonderen Fachkenntnissen, vor allem im Sozialrecht und im Sozialversicherungsrecht.

Pflegeberaterinnen und Pflegeberater sind überwiegend bei den Pflegekassen selbst beschäftigt. Zudem stellen auch Kommunen entsprechende Beratungskräfte zur Verfügung. Teilweise werden die Beraterinnen und Berater zudem in den Pflegestützpunkten vor Ort, sofern vorhanden, eingesetzt.

Pflegeberufegesetz

Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe sind die Ausbildungen zur Altenpflege und zur Krankenpflege zusammengeführt worden. Dies soll die Pflegefachkräfte besser auf die sich wandelnden Herausforderungen im Beruf vorbereiten und zugleich neue Berufsmöglichkeiten und Karriereperspektiven ermöglichen.

Das Gesetz ist zum Teil bereits seit Juli 2017 in Kraft. Für das Jahr 2020 wird der erste Ausbildungsjahrgang angestrebt. Damit bleibt den Ausbildungsstätten genügend Zeit zur Reform der Ausbildung.

Die Pflegehelferausbildung lässt sich auf die Ausbildung zur Pflegefachkraft anrechnen.

Pflegefall

Ein Pflegefall kann in jeder Lebensphase auftreten. Dies hat meist starke Konsequenzen für Betroffene ebenso wie für Angehörige.

Wenn wir nur den Begriff betrachten, legen wir dabei heutzutage übrigens den der Pflegebedürftigkeit zugrunde. Bitte lesen Sie hierzu auch Pflegegrade; neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff.

Gemäß gesetzlicher Definition werden Menschen zum Pflegefall beziehungsweise pflegebedürftig, wenn sie gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und daher auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer bestehen, also für mindestens sechs Monate.
Pflegebedürftige und Angehörige haben Anspruch auf eine Pflegeberatung. Diese wird durch die Pflegekassen veranlasst.

Falls Sie Fragen dazu haben sollten, helfen wir Ihnen hier bei DOMICIL auch gern weiter. Bitte kontaktieren Sie uns einfach.

Pflegegeld

Betroffene wollen selbst entscheiden, wie sie gepflegt werden. Daher gibt es auch Pflegegeld, wenn die häusliche Pflege als solche gewährleistet ist, zum Beispiel durch Angehörige oder etwa ehrenamtlich tätige Personen. Eine pflegefachliche Beratung ist dabei obligatorisch, sichert die Qualität der häuslichen Pflege und bietet Hilfestellung für die Pflegenden.

Die Pflegekassen überweisen das Pflegegeld. Die Betroffenen können darüber frei verfügen und geben es an die versorgenden und/oder betreuenden Personen als Anerkennung weiter. Das Pflegegeld kann mit Sachleistungen für die ambulante Pflege (Hilfe von Pflegediensten) kombiniert werden. In dem Fall wird es dann anteilig verrechnet.

Pflegegrade; neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff

An Stelle der bisherigen Pflegestufen treten seit Anfang 2017 fünf Pflegegrade. Dadurch werden Art und Umfang der Pflegeversicherungsleistungen unabhängig von körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen auf die jeweiligen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse ausgerichtet.

Maßgeblich für die Pflegegrade sind die Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten einer pflegebedürftigen Person. Der Pflegegrad wird durch eine pflegefachlich begründete Begutachtung ermittelt. Die Unterscheidung erfolgt von geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (Pflegegrad 1) bis zu schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen (Pflegegrad 5).

Auch wenn die erforderliche Gesamtpunktzahl einmal nicht erreicht wird, können Personen in pflegefachlich begründeten Fällen den Pflegegrad 5 erhalten. Vor allem dann, wenn ihr Zustand eine spezifische, außergewöhnlich intensive Hilfe mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung erfordert.

Pflegeeinrichtungen (stationär)

Reichen häusliche Pflege und teilstationäre Pflege (Tagespflege, Nachtpflege) nicht mehr aus, empfiehlt sich die vollstationäre Versorgung in einem Pflegeheim.

Neue Wohnformen, wie beispielsweise Senioren-Wohngemeinschaften (WGs), bieten eine Möglichkeit des Zusammenlebens mit Gleichaltrigen oder Menschen in ähnlicher Lebenssituation. So bleiben Privatsphäre und Eigenständigkeit gewahrt.

Auch in Altenwohnheimen und Altenheimen beziehungsweise in Seniorenwohnheimen und Seniorenheimen kleinere Apartments oder Wohnungen für ein eigenständiges Leben, einschließlich der erforderlichen pflegerischen Betreuung.

Dies gilt übrigens auch für einige Einrichtungen bei DOMICIL. Bitte wenden Sie sich gern an uns.

Pflegekurse

Wer eine/-n Angehörige/-n pflegen oder sich ehrenamtlich in der Pflege engagieren möchte, kann einen kostenlosen Pflegekurs der Pflegekasse belegen. Diese ist verpflichtet, solche Kurse anzubieten. Sie werden teilweise zusammen mit Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen, mit Volkshochschulen, mit der Nachbarschaftshilfe oder mit Bildungsvereinen umgesetzt. Dabei geht es um praxisnahe Informationen einerseits, andererseits auch um Beratung und Unterstützung zu unterschiedlichen Themen dies- und jenseits der Pflege.

Die Pflegekurse ermöglichen zudem den Austausch und das Kontakteknüpfen. Die Schulung kann auf Wunsch auch in der häuslichen Umgebung der oder des Pflegebedürftigen stattfinden.

Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG)

Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) trat am 30. Oktober 2012 beziehungsweise am 1. Januar 2013 in Kraft. Damit wurden vor allem die Leistungen für Demenzkranke in der ambulanten Pflege verbessert. Zudem haben Pflegebedürftige und ihre Angehörige mehr Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten in der Pflege, so zum Beispiel bei Betreuungsleistungen.

Mit dem PNG wird zudem die freiwillige private Vorsorge erstmals staatlich gefördert. Durch Zusatzversicherungen besteht so eine ergänzende Finanzierungsmöglichkeit, für eine etwaige Pflegebedürftigkeit vorzusorgen.

Pflegenoten

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) und der Prüfdienstes des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV) prüfen regelmäßig die Pflegequalität (>> bitte verlinken) in Pflegeeinrichtung.

Im Fokus steht die Ergebnisqualität. Bewertet werden die Pflege und medizinische Versorgung allgemein, der Umgang mit demenzkranken Bewohnerinnen und Bewohnern, die Betreuung und Alltagsgestaltung, das Wohnen, die Verpflegung, Hauswirtschaft und die Hygiene.

Bei ambulanten Pflegediensten gibt es Teilnoten für pflegerische Leistungen, ärztlich verordnete pflegerische Leistungen sowie Dienstleistung und Organisation.

Zusätzlich zu diesen Kriterien werden auch die Ergebnisse von Bewohner- beziehungsweise Kundenbefragungen berücksichtigt. Die Noten hierzu werden separat dokumentiert.

Die Pflegenoten können Sie auf folgende Websites abrufen:

Pflegefinder (BKK)

Pflegeheimnavigator (AOK)

Pflegekompass (Knappschaft, LSV, IKK)

Pflegelotse (vdek – Verband der Ersatzkassen)'

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Bertelsmann-Stiftung "Weisse Liste" und auf Heimverzeichnis.de.

Bei DOMICIL finden Sie die Ergebnisse zudem auf den Webseiten der Standorte. Auch hängen wir die Ergebnisse direkt in unseren Einrichtungen aus.

Pflegequalität

Qualität und Pflegeleistungen stationärer und ambulanter Pflegeeinrichtungen sind zu sichern und weiterzuentwickeln. Dementsprechend sind Qualitätswissen und internes Qualitätsmanagement zu stärken. Damit einher geht mehr Transparenz für alle Beteiligten. Das Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) bildet die gesetzliche Grundlage dafür.

Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Pflege-Qualität werden danach auch wissenschaftliche und fachlich abgestimmte Expertenstandards auf den neuesten Stand gebracht und laufend weiterentwickelt.

Zudem sind alle zugelassenen Pflegeeinrichtungen verpflichtet, sich mindestens einmal pro Jahr durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) beziehungsweise den Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV) prüfen zu lassen. Die Ergebnisse sind in einer für Pflegebedürftige und Angehörige verständlichen Form zu veröffentlichen.

Pflegestärkungsgesetz

Erstes Pflegestärkungsgesetz (PSG I)

Mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz (PSG I) haben Pflegedürftige und deren Angehörige bereits seit Anfang 2015 mehr Unterstützung erhalten. Die Leistungsbeträge wurden angehoben, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege (>> bitte jeweils verlinken) erweitert und besser aufeinander abgestimmt. Die ambulante Pflege wurde verbessert. Auch für den Umbau zur Barrierefreiheit gab es mehr Geld, insgesamt bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme.

Für Demenzkranke verbesserten sich die Leistungen ebenfalls. Erstmals konnten sie auch teilstationäre Tages- oder Nachtpflege sowie Kurzzeitpflege beanspruchen. Gleiches gilt hinsichtlich der zusätzlichen Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen beziehungsweise Neugründungen solcher.

Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II)

Aus dem seit 2017 geltenden zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) resultieren wesentliche Änderungen und damit Verbesserungen für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte. Basis dessen ist der mit diesem Gesetz eingeführte neue Begriff der Pflegebedürftigkeit. Dieser stellt die individuellen Bedürfnisse, die Lebenssituation, Beeinträchtigungen und Ressourcen der Betroffenen mehr in den Mittelpunkt.

Alle Pflegebedürftigen können dadurch Pflegeversicherungsleistungen beanspruchen, unabhängig davon, ob sie körperlich, geistig oder psychisch beeinträchtigt sind. Dies ermöglicht eine individuelle Versorgung.

Im Fokus der Regelungen stehen vor allem Menschen mit Demenz – und bessere Leistungen für sie. Weitere Schwerpunkte sind eine bessere Beratung für Betroffene, ein wissenschaftlich begründetes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs in Pflegeeinrichtungen (Entwicklung und Erprobung) sowie die Weiterentwicklung der Regelungen zur Qualitätssicherung.

Drittes Pflegestärkungsgesetz (PSG III)


Das dritte Pflegestärkungsgesetz (PSG III) soll die Rolle der Kommunen in der Pflege im Verhältnis zu Bund und Ländern stärken. Dies betrifft die Sicherstellung der Versorgung, Beratung und Empfehlungen für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen der Pflegeversicherung.

Pflege und Eingliederungshilfe bleiben gleichrangig. Bei einem Zusammentreffen von gleichen Leistungen unterschiedlicher Träger ist künftig zu regeln, wie die Leistung erbracht werden gegenüber Anspruchsberechtigten erbracht werden und wie die Kostenerstattung der Träger untereinander erfolgen soll.

Das Gesetz führt außerdem den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff im Recht der Sozialhilfe ein, da auch ein über die gesetzlich festgesetzten Höchstbeträge hinausgehender Pflegebedarf bestehen kann, auch nach den Leistungsverbesserungen. Bei finanzieller Bedürftigkeit greift demnach die Hilfe zur Pflege im Rahmen der Sozialhilfe und dem sozialen Entschädigungsrecht (Bundesversorgungsgesetz – BVG). Die Voraussetzungen zur Pflegebedürftigkeit werden beim Recht der Hilfe zur Pflege abgemildert. Die Pflegebedürftigkeit muss hier nicht mindestens für voraussichtlich sechs Monate vorliegen.

Mit dem PSG III wird auch angestrebt, die Wirtschaftlichkeit von Entlohnungen bis zu Tarifniveau in den Pflegevergütungsverhandlungen der Pflegeeinrichtungen anzuerkennen.

Darüber hinaus beinhaltet das Gesetz eine bessere Prävention, Aufdeckung und Bekämpfung von Abrechnungsbetrug. Dies umfasst sowohl den Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (SGB V) als auch der Pflegeversicherung (SGB XI).

Pflegestützpunkte

Pflegestützpunkte beraten und unterstützen Pflegebedürftige und/oder deren Angehörige. Sie erhalten hier alle erforderlichen Informationen, Antragsformulare und konkrete Hilfestellungen. Zudem gibt es auch Pflegeberaterinnen und Pflegeberater (>> bitte verlinken) der Pflegekassen.

Beratungsbeispiele sind: Altengerechter Umbau einer Wohnung und mögliche Zuschüsse der Pflegekasse, Auswahl geeigneter Pflegeheime, Vermittlung ehrenamtlicher Angebote in der Kommune und viele mehr.

Der Pflegestützpunkt koordiniert, sofern von den Betroffenen gewünscht, alle Leistungen für Pflegebedürftige. Einschließlich Vorbereitung und Organisation. Dadurch greifen die Angebote effizient ineinander, mit kurzen Wegen innerhalb des Ortes beziehungsweise der Region. Damit wird zugleich eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Sozialleistungsträgern gewährleistet.

Auf Initiative eines Bundeslandes richten Kranken- und Pflegekassen die Pflegestützpunkte ein.

Pflegeversicherung

Unsere Pflegeversicherung gibt es seit dem 1. Januar 1995. Grund für ihre Einführung war (und ist) die älter werdende Gesellschaft in Deutschland. Damit wurde die letzte große Versorgungslücke geschlossen.

Alle Menschen können einmal auf Pflege angewiesen sein. Daher besteht auch in der Pflegeversicherung eine weitreichende Versicherungspflicht für gesetzlich und privat Versicherte. Gesetzlich Versicherte sind automatisch in der Pflegeversicherung versichert, privat Versicherte müssen eine entsprechende private Pflichtversicherung abschließen.

Dank der Pflegeversicherung entscheiden Pflegebedürftige selbst, wie sie gepflegt werden möchten und von wem. Sie können professionelle Pflegefachkräfte oder Pflegegeld für ihre pflegenden Angehörigen beanspruchen. Dabei steht immer ein bestmögliches, selbstbestimmtes Leben der Pflegebedürftigen im Vordergrund.

Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung werden durch Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber/-innen je zur Hälfte finanziert. Da die Versicherung jedoch nicht kostendeckend ist, haben Pflegebedürftige oder ihrer Familien einen Teil der Kosten zudem selbst zu übernehmen.

Die rechtliche Grundlage für die Pflegeversicherung schafft das Sozialgesetzbuch XI (SGB XI).

Pflegevorsorgefonds

Der demografische Wandel bringt auch in Zukunft immense Anforderungen an die Pflegeversicherung mit sich. Daher enthält das erste Pflegestärkungsgesetz (>> bitte verlinken) auch Regelung zu einem Pflegevorsorgefonds bei der Bundesbank.

0,1 Prozentpunkte der Pflegeversicherungsbeiträge pro Jahr werden in diesem Pflegevorsorgefonds angelegt. Dies entspricht einem Jahresbetrag von derzeit etwa 1,2 Milliarden Euro. Nach 20 Jahren soll das so angesparte Geld etwaige Beitragssteigerungen abfedern.

Die besagten 20 Jahre berücksichtigen die geburtenstarken Jahrgänge von 1959 bis 1967. Ab dem 75. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit der Pflegebedürftigkeit. Im Jahr 2034 wird somit der erste geburtenstarke Jahrgang dieses Alter erreichen. Und auch in den Jahren danach wird die Zahl der Pflegebedürftigen entsprechend hoch sein. Der Pflegevorsorgefonds begegnet also dieser Entwicklung.

Prävention in der Pflege

Der demografische Wandel macht auch Gesundheitsförderung und Prävention im Alter immer bedeutender.

Viele Menschen sollen idealerweise gesund alt werden. Gesundheitsbewusstsein kann vielen Krankheiten vorbeugen. Bewegung für Körper und Geist, eine ausgewogene Ernährung und soziale Kontakte tragen wesentlich zu einem gesunden Leben bei. Damit bleibt zugleich unsere Selbstständigkeit erhalten, Pflegebedürftigkeit kann so umgangen werden.

Laut Präventionsgesetz vom Juli 2015 sollen die Pflegekassen jährlich 21 Millionen Euro für Präventionsprogramme und Präventionsprojekte investieren. Zudem werden bei jeder ermittelten Pflegebedürftigkeit primäre Präventionsmöglichkeiten geprüft, um die gesundheitlich Situation, Ressourcen und Fähigkeiten stärken zu können. Dabei müssen die entsprechenden Maßnahmen geeignet, notwendig und zumutbar sein.

Zudem verbessert das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) (>> bitte Link setzen) auch die Unterstützung für pflegende Angehörige, die Vorsorge- und Rehabilitationsangebote der gesetzlichen Krankenversicherung nutzen wollen. Ihre Belange sind bei den Entscheidungen der Krankenkassen besonders zu berücksichtigen. So können sie Vorsorge oder Rehabilitation allein beanspruchen. Etwa auch, um einmal Abstand von der häuslichen Pflegesituation zu bekommen. Ebenso haben pflegende Angehörige die Möglichkeit, die pflegebedürftige Person mitzunehmen. Die Versorgung des Pflegebedürftigen in dieser Zeit ist durch das PNG und den Anspruch auf Kurzzeitpflege gegeben.

Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Der Prüfdienst der PKV hat die gleichen Befugnisse und Aufgaben wie der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK). Er prüft wie der MDK die Pflegequalität in den Pflegeeinrichtungen gemäß Qualitätsanforderungen des Sozialgesetzbuchs XI (SGB XI).

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Q

Qualität und Transparenz in der Pflege

Vergleiche hierzu auch Pflegequalität.

Qualität in der Pflege ist die Basis für die Lebensqualität der Pflegebedürftigen. Daher ist es wichtig, diese auch transparent zu machen.

Für die laufende Sicherung und weitere Optimierung der Pflegequalität stellt die Gesetzgebung folgende Aspekte in den Mittelpunkt:

·      Expertenstandards
·      Qualitätsprüfungen
·      Prüfinstanzen
·      Veröffentlichung von Prüfergebnissen
·      Verfahren bei Qualitätsmängeln
·      Abrechnungsprüfungen
·      Zusätzliche Betreuungskräfte
·      Bürokratieabbau
·      Vertragsgestaltung zwischen Pflegeheimen und Pflegekassen
·      Bezahlung der Pflegekräfte

Expertenstandards

Den Expertenstandards liegen wissenschaftlich fundierte, fachlich abgestimmte Verfahren zugrunde, einschließlich Erprobungen. Dementsprechend sind die Expertenstandards der praxisnahe Maßstab für den Pflegealltag. Sie betreffen zum Beispiel wichtige Pflegethemen wie Dekubitusprophylaxe (Umgehen von Druckgeschwüren infolge von Bettlägerigkeit), Schmerzmanagement in der Pflege bei akuten oder chronischen Schmerzen, Sturzprophylaxe in der Pflege und so weiter.

Qualitätsprüfungen

Bei der Qualitätsprüfung von ambulanten Pflegediensten und Pflegeheimen steht die Ergebnisqualität im Mittelpunkt.

Demzufolge beurteilen der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) und der Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV) neben der Dokumentation vor allem den Pflegezustand der Menschen und deren Zufriedenheit.

Zudem werden die Leistungsabrechnungen geprüft.

Die Prüfungen erfolgen einmal im Jahr. Dies gilt für ambulante Dienste und Pflegeheime gleichermaßen.

Prüfinstanzen

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüft die Pflegequalität ambulanter und stationärer Pflegedienste beziehungsweise Pflegeeinrichtungen. Dies geschieht im Auftrag der Landesverbände der Pflegekassen.

Der Prüfdienst der privaten Krankenversicherung (PKV) übernimmt die gleichen Aufgaben wie der MDK. Er ist ebenso autorisiert, die Pflegequalität der zugelassenen Pflegeeinrichtungen zu prüfen. Zehn Prozent der von den Landesverbänden vergebenen Prüfaufträge pro Jahr gehen an ihn. Dies entspricht circa 2.400 Pflegeeinrichtungen.

Über die Prüfungen hinaus beraten MDK und PKV auch die Pflegeeinrichtungen bei Fragen zur Qualität in der Pflege.

Neben MDK und PKV werden stationäre Pflegeeinrichtungen auch von Heimaufsichtsbehörden geprüft und beraten. Inhalt und Ablauf dieser Prüfungen ist länderrechtlich geregelt.

Veröffentlichung von Prüfergebnissen

Wer sich für einen ambulanten Pflegedienst oder ein Pflegeheim entscheidet, kann zuvor die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen einsehen. Diese sind von den Anbietern ohnehin regelmäßig zu veröffentlichen. Damit wird den gesetzlichen Vorgaben zur Transparenz für die Bewohnerinnen, Bewohner und Angehörige entsprochen.

Bei DOMICIL finden Sie die Ergebnisse auf den Webseiten der Standorte, außerdem als Aushang in den Einrichtungen.

Verfahren bei Qualitätsmängeln

Bei etwaigen Mängeln kann die betroffene Einrichtung dafür belangt werden. Auf Basis der Prüfberichte von MDK beziehungsweise PKV entscheiden die Landesverbände der Pflegekassen über etwaige Maßnahmen zur Beseitigung der festgestellten Mängel. Zuvor ist die Pflegeeinrichtung dazu anzuhören.

Der Mängelbescheid der Pflegekassen verpflichtet die Einrichtung zur Mängelbeseitigung innerhalb einer festgesetzten Frist.

Pflegeeinrichtungen haben sich an die gesetzlichen vorgeschriebenen Qualitätsstandards zu halten. Tun sie dies nicht, verletzen sie gesetzliche oder vertragliche Pflichten. Vereinbarte Pflegevergütungen sind für die Dauer dieser Pflichtverletzung zu kürzen.

Zudem können die Landesverbände der Pflegekassen im Einvernehmen mit dem zuständigen Träger der Sozialhilfe auch den Versorgungsvertrag ganz oder teilweise kündigen, wenn die Einrichtung diesen nicht mehr erfüllt. In schwerwiegenden Fällen ist dies auch fristlos möglich.

Abrechnungsprüfungen

Zur Prävention von Abrechnungsbetrug dürfen MDK und PKV beispielsweise Kontrollen auch in der ambulanten Pflege unangemeldet durchführen. Darüber hinaus ist die Abrechnungsprüfung durch MDK und/oder PKV obligatorisch.

Für die Aufdeckung von Abrechnungsbetrug gibt es sogenannte Stellen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen. Diese wurden bei Krankenkassen, Pflegekassen und Kassenärztlichen Vereinigungen eingerichtet. Sie gehen auftretenden Unregelmäßigkeiten nach, so etwa bei Verdacht der rechts- oder zweckwidrigen Nutzung von Finanzmitteln.

Zusätzliche Betreuungskräfte

Auch zusätzliche Betreuungskräfte tragen zur Qualitätssicherung beziehungsweise Qualitätssteigerung in der Pflege bei. Sie gehen mit Pflegebedürftigen spazieren, führen Gespräche mit ihnen oder lesen ihnen vor. Damit geben sie Pflegebedürftigen mehr Zuwendung. Und umgekehrt können Pflegebedürftige dadurch mehr am Leben teilhaben.

Mit dem Pflegestärkungsgesetz wurde das Verhältnis von Betreuungskraft und Anzahl an Pflegebedürftigen von 1 zu 24 auf 1 zu 20 angehoben. Versicherte aller Pflegegrade können die zusätzlichen Betreuungsangebote beanspruchen. Die Pflegekassen tragen die Personalkosten für die zusätzlichen Betreuungskräfte.

Bürokratieabbau

Vergleiche hierzu auch Entbürokratisierung der Pflegedokumentation.

Der Bürokratieabbau widmet sich vor allem der Pflegedokumentation. Das neue Konzept vereinfacht diese und entlastet damit die Pflegekräfte. Diese gewinnen so zugleich wieder mehr Zeit für die Pflege.

Ein für die Pflegedokumentation entwickeltes Strukturmodell trägt seit 2015 wesentlich zu deren Vereinfachung bei. Die strukturierte Informationssammlung (SIS) mit vorgegebenen Themenfeldern erfolgt gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person und der Pflegefachkraft. So wird die individuelle Situation eingeschätzt. Zusätzlich lassen sich pflegerische Risiken und Phänomene übersichtlich in der SIS erfassen. Daraus wiederum können Maßnahmenpläne abgeleitet und zugleich Evaluationsdaten festgelegt werden.

All dies dient der Sicherung der Pflegequalität.

Grundlegend beim Strukturmodell ist der Fokus auf die Pflegebedürftigen und deren persönliche Perspektive. Von einer Dokumentation wiederkehrender Abläufe wird bewusst abgesehen, stattdessen auf die Kompetenz der Pflegefachkräfte gesetzt.

Vertragsgestaltung zwischen Pflegeheimen und Pflegekassen

Maßgebend für Verträge zwischen Pflegeeinrichtung und Kostenträger ist neben dem Leistungsspektrum vor allem das benötigte Personal. So wird über die Höhe des Pflegesatzes hinaus festgelegt, wie die Leistungen konkret erbracht werden und mit welchen Qualitätsmerkmalen.

Die Einrichtungsträger können außerdem einen Gesamtversorgungsvertrag für vor Ort miteinander verbundene Einrichtungen abschließen. Beim Aufbau einer neuen Einrichtung oder bei außergewöhnlichen Belastungen können sie so Personal flexibel einsetzen oder eine entsprechend nahe Unterstützung unter den umgebenden Einrichtungen veranlassen.

Bezahlung der Pflegekräfte

Ein Beruf wird auch durch das geleistete Gehalt attraktiv. Dies gilt auch in der Seniorenpflege. Für die Vereinbarung von Löhnen sind die Tarifvertragsparteien zuständig. Zugleich hat die Bundesregierung gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen, die Tariflöhne unterstützen und Lohndumping zuvorkommen. So gibt es seit 2010 einen Pflegemindestlohn für Beschäftigten in den Pflegeberufen und für die zusätzlichen Betreuungskräfte. Dieser liegt über dem allgemeinen Mindestlohn. Apropos: Der allgemeine Mindestlohn für Pflegekräfte in privaten Haushalten oder in ambulanten Wohngemeinschaften. Wobei ansonsten grundsätzlich festzuhalten bleibt, dass Pflegefachkräfte regelmäßig einen deutlich höheren Lohn als den Mindestlohn erhalten.

Qualitätssicherung in der Pflege

Siehe auch Qualitätsprüfungen.

Regelmäßige Prüfungen sichern die Qualität in der Pflege. Ambulante Pflegedienste und Pflegeheime werden jährlich durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder den Prüfdienst des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) geprüft.

Dabei stehen der Pflegezustand und die Wirksamkeit der Pflege und Betreuung im Fokus.

Die bisherigen Pflegenoten sollen künftig durch den sogenannten „Pflege-TÜV“ ersetzt werden. Durch das neue, aussagekräftigere Qualitätsprüfungs- und Transparenzsystem sollen Betroffene die Qualitätsbewertungen von Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten noch besser miteinander vergleichen können.

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R

Rollator

Ein Rollator unterstützt ältere Menschen beim Gehen (Gehhilfe). Damit können Laufprobleme abgemildert werden. Der Rollator sorgt für ein sicheres Gefühl bei der Fortbewegung und so auch für mehr Selbstständigkeit. Zudem können sich Seniorinnen und Senioren bei Bedarf darauf setzen und ausruhen.
Der Rollator ist zuzahlungspflichtig. Er kann selbst oder mittels Antrag über eine Pflegekasse erworben werden.

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S

Snoezelen

Snoezelen stammt aus dem Niederländischen und ist eine Wortschöpfung, zusammengesetzt aus den Begriffen „snuffelen“ (kuscheln, schnuffeln) und „doezelen“ (dösen). Dieses Kofferwort beschreibt die Entspannung in einem gemütlichen, warmen Raum. In diesem werden Lichteffekte betrachtet, liegend oder sitzend. Die Effekte stammen von unterschiedlichen Lichtquellen und Projektoren. Zusätzlich können Düfte unseren Geruchssinn ansprechen. Bilder und Musik laden zum Träumen, zur Reise ein, untermalt von Klängen und Melodien – und manchmal auch umgeben von Wassersäulen.

Im Snoezelen-Raum werden also unsere Sinne auf wohltuende, beruhigende Weise angesprochen. Die Reize können dabei zugleich Interesse und Erinnerungen wecken. Sie nehmen uns mit auf eine Reise. Die ruhige Atmosphäre nimmt uns Ängste und schenkt uns Geborgenheit.

Snoezelen bietet sich daher auch für die betreuerische Arbeit mit Seniorinnen und Senioren an, besonders mit von Demenz betroffenen:

Das perlende Wasser in farbigen Säulen beruhigt ebenso wie das langsam kreisende Lichtspiel an den Wänden. Die Farbscheiben, der Lichtvorhang oder das Lichtspiel eines Teppichs regen die Aufmerksamkeit an, beruhigen zugleich. Bilder der Pflegebedürftigen aus dem Familien- oder Freundeskreis, dem Wohnumfeld oder der Natur, vertraute Düfte oder bekannte Lieder und Melodien bringen die Menschen buchstäblich wieder zu sich, zurück in ihren vertrauten Lebensbereich.

Stationäre Pflege

Die stationäre Pflege richtet sich an Pflegebedürftige, die rund um die Uhr auf pflegerische und betreuerische Unterstützung angewiesen sind. Sie empfiehlt sich auch für den Fall, dass Angehörige die häusliche Pflege nicht oder nicht mehr übernehmen können oder wenn zum Beispiel eine Demenzerkrankung vorliegt.

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T

Transparenz in der Pflege (Transparenzberichte)

Die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder den Prüfdienst des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) sind zu veröffentlichen. Dies entspricht den gesetzlichen Vorgaben zur Transparenz in der Pflege. Die Transparenz trägt mit zur Qualitätssicherung bei. Andererseits dient sie auch der Information und dem Schutz der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen.

Die Berichte erscheinen im Internet und werden beispielsweise auch in den Pflegestützpunkten ausgegeben. Sie müssen allgemein verständlich und vergleichbar sein. Zudem sind die Ergebnisse in den Pflegeeinrichtungen selbst auszuhängen, mit Datum der jeweils letzten Prüfung, den Bewertungskriterien und der zusammenfassenden Beurteilung.

Das bisherige Bewertungssystem mit Pflegenoten soll bald abgelöst werden. Im neuen Qualitätsprüfungs- und Transparenzsystem („Pflege-TÜV“) gilt es, die Qualitätsbewertungen noch aussagekräftiger für Versicherte zu machen. Auch die Vergleichbarkeit ist weiter zu optimieren.

Traumreise

Vergleiche auch Fantasiereise.

Traumreisen (auch Fantasiereisen oder Märchenreisen) beschreiben eine Therapieform, die unsere Entspannung und damit wiederum unsere Energie sowie unsere Erkenntnisse fördern kann.

Traumreisen werden als Geschichten erzählt. Die Zuwendung der Sprecherin beziehungsweise des Sprechers und die inhaltliche Hinwendung zu den als schön erlebten Bildern tun gut und wirken erholend. Eine bequeme Haltung oder Liegeposition unterstützt diesen Effekt. Die Muskeln werden locker. Und auch die Gedanken lösen sich.

Eine Traumreise hat meist fünf Phasen:

- Die Vorbereitung, um eine möglichst ruhige Umgebung zu schaffen. Duftöl und Musik oder Naturgeräusche können dies unterstützen.

- Die Entspannungsphase, bei der sich Körper und Geist bewusst auf die Ruhe einstellen können, etwa durch Schließen der Augen und intensives, langsames Ein- und Ausatmen.

- Den Hauptteil übernimmt die Geschichtenerzählerin oder der Geschichtenerzähler, für die Zeit von circa 15 bis 30 Minuten. Wichtig sind kurze Pausen dabei, damit das Erzählte auch die gewünschte Wirkung entfalten kann. Zuhörende können sich so besser in die entstehenden Bilder einfühlen.

- Die Rückkehr geschieht sanft und bewusst langsam, mit ruhiger Atmung. Durch Gähnen kann der Kreislauf allmählich wieder aktiviert werden. Möglich ist hier übrigens auch eine Schlafphase und späteres Wecken.

- Die fünfte Phase ist das Gespräch. Hierin kann das Erlebte noch einmal ins Bewusstsein geholt und so intensiviert werden. Die Erholung wirkt dadurch noch nachhaltiger. Alternativ dazu können die Träume auch rückblickend gemalt oder anders gestaltet werden. Dabei geht es mehr um den Ausdruck der erlebten Gefühle und weniger um die genaue Abbildung des Traums.

Die Traumgeschichten können unterschiedlich erzählt und damit erlebt werden. Die Übergänge der Variationen sind fließend.

- In der gelenkten Traumgeschichte erleichtert die Erzählerin beziehungsweise der Erzähler den Einstieg in den Traum durch gezielte Formulierungen wie beispielsweise „Stell Dir das vor!“ oder „Wie würdest Du das erleben?“ und so weiter.

- Die halboffene Traumreise geht mit einer direkten Einladung an den/die Zuhörer/-in einher, sich mit den Erzählungen zu identifizieren und in die Geschichte mitnehmen zu lassen. Beispiel: „Stell Dir vor, Du sitzt am Strand, der Wind weht durch Dein Haar, Du hörst die Wellen rauschen. Gehe jetzt durch die Dünen und…“ oder Anderes.

- Bei der offenen Traumreise gibt es innerhalb der geleiteten Erzählung einen gezielten Freiraum für eigene Handlungen, etwa: „Was möchtest Du jetzt machen? Nimm Dir die Zeit dafür.“

- Die therapeutische Traumreise gibt einen Rahmen für die Handlung vor. Darin werden die ersten Szenarien skizziert. Diese inspirieren und bieten viel Raum für eigene Gedanken, Gefühle und Bilder, denen sich entsprechend folgen lässt. Der Abschluss zusammen mit der Erzählerin beziehungsweise dem Erzähler bringt die Reisenden zurück in die Realität. Erzählerin oder Erzähler kommentieren dies zum Beispiel so: „Sieh Dich noch einmal um. Nimm die Erfahrungen, Erinnerungen mit, die Du magst, und komm jetzt zurück, indem Du langsam die Augen öffnest.

Traumreisen in vertraute, angenehme Situationen tun uns in entspannender Umgebung besonders gut. Daher sind beispielsweise Snoezelen-Räume dafür geeignet (siehe auch Snoezelen >> bitte Link setzen). Demenzkranke finden hier eine Möglichkeit, zur Ruhe und neuen Orientierung zu finden, indem sie sich erinnern, etwa auch gestützt durch Fotos und/oder Melodien früherer Tage.

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U

Urlaubsvertretung

Vergleiche hierzu auch Verhinderungspflege.

Falls Angehörige oder andere Privatpersonen einmal Urlaub machen wollen, bleiben Pflegebedürftige weiterhin auf Unterstützung angewiesen.

Für diesen Fall gibt es die Urlaubsvertretung. Sie ist einer von mehreren möglichen Anlässen für die sogenannte Verhinderungspflege. Die Pflegeversicherung übernimmt im Rahmen der Urlaubsvertretung die nachgewiesenen Kosten dafür. Dies gilt ab dem Pflegegrad 2 der/des Pflegebedürftigen und für einen Zeitraum von maximal sechs Wochen pro Kalenderjahr.

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V

Veranstaltungsmanagement

Siehe hierzu auch Eventmanagement.

Passt der Begriff Veranstaltungsmanagement in ein Pflege-Glossar? – Wir finden: Ja.

DOMICIL bietet Bewohnerinnen, Bewohnern, Angehörigen und weiteren Gästen zahlreiche und vielfältige Veranstaltungen im ganzen Jahr. Diese werden üblicherweise von den Betreuungsteams der Einrichtungen geplant, koordiniert und umgesetzt. Dabei ist selbstverständlich Kompetenz im Veranstaltungsmanagement gefragt.

Veranstaltungsmanagement (auch: Eventmanagement) als solches beschreibt das Planen, Organisieren und konkrete Umsetzen von Veranstaltungen.

Die Veranstaltungen fördern die Teilhabe am Leben für die Bewohnerinnen und Bewohner. Sie fördern das Miteinander. Die Menschen kommen zusammen, feiern gemeinsam, teilen ihre Freude an Kultur. Von Festen über Konzerte bis zu Lesungen: Das Veranstaltungsmanagement im DOMICIL bietet viel Abwechslung.

Dafür braucht es Fachleute. Diese entwickeln die Veranstaltungskonzepte, kalkulieren die Kosten, buchen Künstler, Räume, koordinieren oder übernehmen selbst die Dekoration im Festsaal oder in anderer Umgebung. Für das leibliche Wohl sind zudem oft die Küchenteams der Einrichtungen mit eingebunden. So gibt es beispielsweise auch Restaurant-Abende mit wechselnden kulinarischen Themen.

Vergreisung

Vorab: Der Begriff Vergreisung hat für unser Sprachempfinden eine eher abwertende Tendenz. In dem Glossar gehen wir ungeachtet dessen darauf ein, da er weit verbreitet ist. Zugleich finden Sie auch unter dem Begriff Altern eine kurze Erläuterung dazu.

Im Zusammenhang mit der Pflege beziehungsweise Seniorenpflege steht der Begriff Vergreisung einerseits für die Folgen des Alterns an sich. Andererseits zielt er auch auf die Alterung der Bevölkerung ab (vergleiche hierzu Demografischer Wandel und Gerontologie).

Das Altern der Menschen allgemein beinhaltet die Veränderung unseres Körpers und auch unseres Geists mit voranschreitender Zeit.

Zunächst bringt das Altern den positiv bewerteten Effekt des Reifens mit sich. Später kehrt sich dieser Effekt mit den einsetzenden degenerativen Veränderungen wieder um. Körper und Geist bauen ab.

In der Gerontologie (siehe hierzu auch Geriatrie) wird das Altern oft auch ausschließlich über die negativen Auswirkungen definiert, die sich bei einem Organismus mit der Zeit einstellen. Damit ist etwa der Funktionsverlust von Organen gemeint – oder auch das, was uns als Menschen ausmacht: Unser Wesen, unsere Erfahrungen, Erinnerungen.

Verhinderungspflege

Auch pflegende Angehörige oder andere Privatpersonen sind einmal verhindert. Diese Phase ist im Sinne der Pflegebedürftigen aufzufangen. Und dafür gibt es die Verhinderungspflege.

Angehörige oder andere Privatpersonen können zum Beispiel selbst einmal krank werden oder möchten Urlaub machen oder selbst eine Rehabilitationsmaßnahme beanspruchen (klassisch: zur Kur fahren).

Die Pflegeversicherung übernimmt im Rahmen der Verhinderungspflege die nachgewiesenen Kosten für diesen Zeitraum. Dies gilt ab dem Pflegegrad 2 der/des Pflegebedürftigen und für maximal sechs Wochen pro Kalenderjahr.

Vergleiche hierzu auch Urlaubsvertretung.

Vollstationäre Pflege

Die Pflegekasse leistet Unterstützung bei vollstationärer Pflege in einem Pflegeheim. Sie zahlt für Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2 bis 5 eine Sachleistungspauschale. Ihre Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Pflegegrad. Für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 gibt es einen Monatszuschuss von 125 Euro. Die Sachleistung umfasst Pflegeaufwand, medizinische Behandlungspflege und Betreuung.

Wesentlich für die vollstationäre Pflege ist jedoch nicht der Leistungsbetrag, sondern die Höhe des jeweiligen Eigenanteils. Dieser stieg ursprünglich mit wachsender Pflegebedürftigkeit. Seit der Pflegereform 2017 zahlen Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 in einem Pflegeheim nun den gleichen pflegebedingten Eigenanteil. Hinzu kommen Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Investitionen.

Da unterschiedliche Pflegeheime unterschiedlich ausgestattet sind, unterschiedliche Leistungen bieten und auch unterschiedlich wirtschaften, variiert auch die jeweilige Höhe des Eigenanteils. Die Beträge bei DOMICIL finden Sie auf den Webseiten der Standorte.

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W

X

Y

Z

Zusammenlegen von Leistungen ("Poolen")

Pflegeleistungen können unter bestimmten Voraussetzungen zusammengelegt werden, im Sinne einer Gemeinschaftskasse für Versicherte. Dies betrifft etwa Bewohnerinnen und Bewohner in einer Pflege-Wohngemeinschaft.

Das Zusammenlegen wird auch „Poolen“ der Leistungen genannt. Das Poolen erleichtert es, wirtschaftlich zu haushalten und Rücklagen zu bilden. Die daraus resultierenden Zeit- und Kostenersparnisse sind im Interesse der Pflegebedürftigen einzusetzen. "Poolen" ist beispielsweise auch für Pflegebedürftige im gleichen Wohnviertel möglich.

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Zusätzliche Betreuungskraft

Pflegebedürftige in stationären Pflegeeinrichtungen sollen eine über die standardmäßige Versorgung hinausgehende Betreuung und Aktivierung beanspruchen können. Hintergrund dafür ist, die Eigenständigkeit und Teilhabe am Leben der Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich zu erhalten. (Siehe hierzu auch Aktivierende Pflege)

Pflegekasse beziehungsweise private Versicherungsunternehmen zahlen hierfür einen Vergütungszuschlag an die Einrichtungen. Anspruchsberechtigte Personen oder Träger der Sozialhilfe bleiben somit entlastet.

Die zusätzlichen Betreuungskräfte arbeiten eng mit den Pflegekräften und Pflegeteams zusammen. Sie betreuen und begleiten die Pflegebedürftigen zum Beispiel bei der gemeinsamen Lektüre, bei kreativen Tätigkeiten (beim Basteln, Malen, Korbflechten und mehr), bei Ausflügen oder zu Kulturveranstaltungen.

Mit der zusätzlichen Betreuung geht ein Mehr an Zuwendung, Wertschätzung und Kommunikation für die Pflegebedürftigen einher. Dies steigert ihr Wohlbefinden und damit ihre Lebensqualität im Seniorenpflegeheim.

Diese Regelung gilt sowohl für stationäre als auch für teilstationäre Einrichtungen und hier für alle Pflegebedürftigen, das heißt, auch für die mit dem Pflegegrad 1.

Durch die Pflegereform werden inzwischen mehr als doppelt so viele zusätzliche Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen beschäftigt. Ihr Zahl liegt bei aktuell rund 60.000 zusätzlichen Betreuungskräften (Oktober 2017).

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