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Eine Hand zeigt auf einem gläsernen Display auf eine Grafik des Business-Modells PDCA: Plan, Do, Check und Action

Interne Audits in der Pflege

Pflege bedeutet Verantwortung: für Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit der Menschen, die uns anvertraut sind. Damit dies im Alltag zuverlässig gelingt, nutzt die DOMICIL-Gruppe ein strukturiertes Qualitätsmanagement mit regelmäßigen internen Audits. Sie stellen sicher, dass vereinbarte Standards in Pflege, Betreuung, Service und Verwaltung in Umsetzung unseres Leitgedankens Mitten im Leben – Verantwortung für Menschen tatsächlich gelebt werden.

Was bedeutet „Internes Audit“ in einer Pflegeeinrichtung?

Ein internes Audit ist eine unabhängige, systematische Prüfung innerhalb der Einrichtung. Dabei wird überprüft, ob Regeln, Prozesse und Qualitätsstandards verständlich sind, im Alltag angewendet werden und zu den erwarteten Prozessergebnissen führen..

Einfach gesagt:

Ein Audit ist ein regelmäßiger “Gesundheitscheck” für Qualität und Sicherheit in Pflege, Betreuung und Service.

Audits stärken unser Qualitätsmanagementsystem (QMS): Das ist das System, mit dem wir sicherstellen, dass Gesetze, Richtlinien und interne Vorgaben eingehalten werden. So werden Risiken verringert, Verstöße verhindert und eine verantwortungsvolle Kultur gefördert.

Warum sind interne Audits für Sicherheit und Lebensqualität relevant?

Sicherheit bedeutet hier: Menschen vor vermeidbaren Risiken schützen, zum Beispiel in den Bereichen Sturzprophylaxe, Medikation, Wundversorgung, Hygiene oder Datenschutz.

Interne Audits prüfen, ob unsere vorbeugenden Maßnahmen wirken (z. B. Schulungen, Standards, Dienstanweisungen), ob Risiken früh erkannt werden (z. B. durch Doppelkontrollen, Checklisten) und ob bereits getroffenen Korrekturmaßnahmen konsequent umgesetzt sind. Einfach gesagt:

Audits helfen, Probleme zu verhindern, Lücken zu erkennen und Schwachstellen zu beheben, bevor jemand zu Schaden kommt.

Die Bedeutung zeigt sich besonders in sensiblen Situationen und risikoreichen Prozessen, bei denen Fehler eine hohe Schadenwirkung haben. Daher werden Risiken systematisch eingeschätzt, passende Maßnahmen ausgewählt, deren Wirkung - je nach pflegerischer Intervention - gemessen und konsequent nachgehalten. Das stärkt eine fürsorgliche Praxis im Sinne der Bewohner. Praxisbeispiele dafür sind:

  • Kontrolle der Hygieneabläufe beim Wundmanagement.
  • Überprüfung der Medikationsdokumentation.

Prozessaudits

Was wird genau geprüft?

Bei DOMICIL finden interne Audits mindestens einmal jährlich statt. Eine wichtige Grundlage für eine Pflege, die höchsten Ansprüchen genügt. Unser Zentralbereich Qualitätsmanagement unterscheidet dabei zwei Formen interner Audits:

Prozessaudits

  • überprüfen, inwiefern interne und externe Anforderungen erfüllt werden.
  • sie konzentrieren sich auf einzelne Abläufe, zum Beispiel die Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder das Medikamentenmanagement.
  • sie werden häufig unangekündigt durchgeführt, damit der Alltag möglichst unverfälscht betrachtet wird.
  • Qualitätsmanager prüfen gezielt vor Ort und fassen ihre Beobachtungen in einem Auditbericht zusammen – mit Ist-Zustand, Verbesserungspotenzialen und Korrekturmaßnahmen.

Mit KI generiertes Symbolbild.

Welche Ziele verfolgen interne Audits bei DOMICIL?

Die im Fachbeitrag der Ausgabe 02.2025 im Unternehmensmagazin “Mein DOMICIL” beschriebenen Ziele zeigen, was wir mit Audits konkret erreichen wollen:

  1. Qualität sichern: Audits überprüfen, ob Standards und Richtlinien eingehalten werden – damit Bewohner die bestmögliche Pflege erhalten.
  2. Verbesserungspotenziale aufdecken: Durch die systematische Überprüfung von Prozessen und Abläufen werden Schwachstellen sichtbar und Lösungen entwickelt.
  3. Transparenz und Verantwortung fördern: Audits machen Abläufe nachvollziehbar und schaffen Verantwortlichkeit gegenüber Bewohnern, Angehörigen, Mitarbeitenden und Aufsichtsbehörden – das schafft Vertrauen.
  4. Mitarbeiterschulung und -entwicklung unterstützen: Audit-Ergebnisse fließen in gezielte Schulungen ein und helfen, die Pflegequalität weiter zu steigern.
  5. Regelkonformität sicherstellen: Es wird geprüft, ob interne Qualitätsmanagementhandbücher, landesrechtliche Prüfkatale, die Qualitätsprüfungsrichtlinie (QPR) der Medizinischen Dienste und weitere Vorgaben eingehalten werden.

Welche Anforderungen sichern Unabhängigkeit und Objektivität?

Damit interne Audits akzeptiert und ernst genommen werden, gelten klare Anforderungen:

  • Unabhängigkeit: Auditoren dürfen nicht ihre eigenen Prozesse prüfen, um Interessenkonflikte zu vermeiden.
  • Objektivität: Beobachtungen werden sachlich, auf Basis klarer Kriterien dokumentiert.
  • Einheitliche Maßstäbe: Für alle Bereiche gelten dieselben Prüfgrundlagen – nachvollziehbar und transparent.
  • Ausreichende Auditnachweise: Entscheidungen werden nur auf belastbare Unterlagen, Beobachtungen und Gespräche gestützt.

Einfach gesagt: Dieselben fairen Regeln für alle, neutral angewandt.

Das kann beispielsweise anhand einer Behandlungspflege gemäß ärztlicher Verordnung wie folgt ablaufen:

  1. Prozessverantwortliche kümmern sich um die Durchführung,
  2. unsere internen Qualitätsmanagementbeauftragten (gibt es in jeder Einrichtung) prüfen die sach- und fachgerechte Umsetzung,
  3. die regionalen Qualitätsmanagementbeauftragten (sind in der Hauptverwaltung angestellt), prüfen unter anderem anhand von internen Audits die Umsetzung und die Prozessergebnisse.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema internen Audits

Wie oft finden interne Audits statt?

Bei DOMICIL werden interne Audits mindestens einmal jährlich durchgeführt. Ergänzend können anlassbezogene oder risikoorientierte Prüfungen hinzukommen, zum Beispiel bei neuen Prozessen, wie im Kontext der Einführung unserer neuen Pflegesoftware MD Stationär und der KI-gestützten Pflegedokumentation Voice mit Spracherkennung. Natürlich werden interne Audits auch nach besonderen Vorkommnissen in Domicil-Seniorenpflegeheimen durchgeführt.

Welche Standards, Richtlinien und Vorschriften dienen als Maßstab im Audit?

Interne Audits orientieren sich an klar definierten Maßstäben, zum Beispiel:

  1. Gesetze und Verordnungen im Pflegebereich,
  2. interne Richtlinien und Dienst-/Verfahrensanweisungen,
  3. Pflege- und Hygienestandards,
  4. Prüfkataloge der Heimaufsicht und die Qualitätsprüfungsrichtlinien der Medizinischen Dienste für die vollstationäre Pflege (PDF).

Einfach gesagt: Was vereinbart und vorgeschrieben ist, soll im Alltag wiederzufinden sein.

Wie misst man Wirksamkeit?

Die Relevanz der Audits liegt in der nachhaltigen Qualitätssicherung, nicht nur im schnellen Abarbeiten. Um tatsächlich eine kontinuierliche Sicherung und nötigenfalls Verbesserung der Pflegequalität durch interne Audits zu erzielen, müssen sowohl die Durchführung als auch die Wirksamkeit von Maßnahmen kontrolliert werden. Erst durch diesen letzten Schritt kann eine etwaig festgestellte Abweichung behoben, das Risiko für ein erneutes Auftreten reduziert und der Prozess stabilisiert werden. Interne Audits bewerten das zum Beispiel über:

  • erneute Stichproben,
  • Kennzahlen,
  • Folgebewertungen zu Auditberichten (z. B. nach 30, 60 und 90 Tagen).

 

Wie laufen interne Audits ab?

Ein Audit durchläuft in der Regel diese Schritte:

  1. Vorbereitung: Festlegen von Zielen, Umfang, Kriterien und Stichproben.
  2. Durchführung vor Ort: Gespräche, Beobachtungen, Dokumentenprüfung, ggf. Rundgänge.
  3. Bewertung der Auditnachweise: Sind die vorliegenden Belege ausreichend, repräsentativ, überprüfbar?
  4. Auditbericht: Strukturierte Zusammenfassung mit Stärken, Abweichungen und Empfehlungen.
  5. Follow-up: Prüfung, ob vereinbarte Maßnahmen umgesetzt und wirksam sind.

Das kann beispielsweise auf Ebene eines Wohnbereichs wie folgt ablaufen: Das Audit-Teamüberprüft anhand einer Stichproben die Pflegedokumentation für die zufällig ausgewählten Bewohnerinnen und Bewohner. Dabei werden unter anderem die Aufzeichnungen in unserer Pflegesoftware MD Stationär überprüft und mit den Prüfanforderungen (QPR) des Medizinischen Dienstes abgeglichen. Konformitätsabweichungen werden bei einzelnen Fehlern als Korrekturmaßnahmen sowie bei systematischen Fehlern sogenannte Vorbeugungsmaßnahmen zur Strukturverbesserung mit den Leitungsverantwortlichen besprochen.

Was passiert nach einem Auditbericht?

Nach dem Bericht werden Korrektur- und Verbesserungsmaßnahmen priorisiert, Verantwortliche benannt, Fristen gesetzt und Nachweise definiert. In geplanten Abständen wird nachgehalten, ob die Maßnahmen umgesetzt und wirksam sind. Einfach gesagt: Aus den Ergebnissen folgen konkrete Verbesserungen im Alltag.

Welche Maßnahmen sichern die Einhaltung unserer Standards?

Hier gibt es drei unterschiedliche, aber ineinandergreifende Ansätze: Präventive Maßnahmen beugen vor (z.B. eine Schulung zu häufigen Fehlerursachen), detektive erkennen früh (z.B. die Doppelkontrolle bei Medikamenten), korrektive beheben Ursachen. Interne Audits prüfen, ob das Zusammenspiel wirksam ist. Einfach gesagt: Vorbeugen, Erkennen, Verbessern. Dies ist besonders auf lange Sicht sinnvoll. Denn obwohl nicht jede Abweichung gleich gravierend ist, bieten alle auch noch so kleinen Feststellungen eine Gelegenheit zur Verbesserung. Der typische Ablauf bei der Bearbeitung von festgestellten Abweichungen lautet daher unabhängig vom Ausmaß der Feststellung: Ursache finden, Maßnahme passend wählen, Wirkung prüfen, Wissen sichern.

Kontakt zu Domicil