Sepsis – umgangssprachlich auch „Blutvergiftung“ – zählt zu der dritthäufigsten Todesursache in Deutschland. Laut Schätzungen erkranken in Deutschland jährlich zwischen 280.000 und 350.000 Menschen an einer Sepsis, über 85.000 sterben an den Folgen. Alle sechs Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland an Sepsis. Pflegeeinrichtungen bedeutet das eine enorme Verantwortung: Pflegefachkräfte sind oft die Ersten, die Warnsignale erkennen können und damit lebensrettend eingreifen.
Da sich eine Sepsis innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich entwickeln kann, sind frühzeitige Erkennung, Wissen und klare Handlungsabläufe entscheidend, um schwere Verläufe zu verhindern. Je früher eine Sepsis erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar.
Die Schulungsfilme zum Thema Sepsis vermitteln genau dieses praxisnahe Wissen: Sie unterstützen Pflegekräfte dabei, potenzielle Risiken korrekt einzuschätzen, Symptome sicher zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Mitarbeitende von DOMICIL waren aktiv an der Entwicklung beteiligt und haben wertvolle Praxiserfahrung eingebracht. Dadurch ist gewährleistet, dass die Inhalte realitätsnah, verständlich und direkt auf den Pflegealltag zugeschnitten sind.
Die Filmreihe ist Teil der bundesweiten Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis, die das Ziel verfolgt, Sepsis früher zu erkennen und lebensrettendes Wissen breit in der Pflege zu verankern.
Hier geht es zur Kampagnenseite: https://www.deutschlanderkenntsepsis.de/

Die sechsteilige Schulungsfilmreihe wurde vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS e.V.) beauftragt – einer der zentralen Institutionen für Patientensicherheit in Deutschland.
Dieses unabhängige Netzwerk besteht aus verschiedenen Vertretenden des Gesundheitswesens, darunter Fachkräfte, Verbände, Patientenorganisationen sowie Akteurinnen und Akteuren aus Industrie und Wirtschaft. Mit deren Fachkompetenzen und interdisziplinären Perspektiven realisiert das APS e.V. seit rund 20 Jahren Projekte und praxisnahe Empfehlungen, die zur Sicherheit in der Versorgung beitragen. Sie widmen sich der Erforschung, Entwicklung und Verbreitung geeigneter Methoden. Im Rahmen ihrer Aufklärungsarbeit unterstützt das APS auch die bundesweite Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis, die für mehr Sichtbarkeit und Bewusstsein für den Notfall Sepsis in der deutschen Gesamtbevölkerung sorgt.
Die Filmproduktionsfirma Libra Film übernahm die Produktion der Schulungsfilmreihe und besuchte dafür im Juni 2024 das Domicil-Seniorenpflegeheim Baumschulenweg in Treptow. Die dort entstandenen Aufnahmen flossen direkt in die Schulungsfilmreihe „Sepsis in der ambulanten und stationären Langzeitpflege“ ein.
Die Schulungsvideos zur Sepsis-Aufklärung, die im Rahmen der Kampagne in Zusammenarbeit mit DOMICIL produziert wurden, richten sich an Pflegefachpersonen in der stationären und ambulanten Langzeitpflege und vermitteln konkrete Handlungsempfehlungen. Besonders hervorzuheben: Mitarbeiter aus dem Domicil-Seniorenpflegeheim Baumschulenweg in Berlin-Treptow waren vor und hinter der Kamera aktiv beteiligt und haben dafür gesorgt, dass fachliche Expertise und Pflegepraxis eng miteinander verknüpft wurden.





Thuan Madzharov arbeitet beim Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. als wissenschaftliche Referentin in der bundesweiten Aufklärungskampagne #DeutschlandErkenntSepsis.
In dieser Rolle ist sie verantwortlich für den Bereich „Sepsis in der ambulanten und stationären Langzeitpflege“ und Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um dieses Thema – von der frühzeitigen Erkennung eines der zeitkritischsten und gefährlichsten Notfälle bis hin zu Behandlung, Rehabilitation und Nachsorge. Sie ist ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin und weiterhin parallel in der Pflege tätig.

Die Schulungsreihe ist als umfassender Videokurs konzipiert und umfasst insgesamt rund 80 Minuten. In sechs Kapiteln vermittelt sie praxisnahe Handlungsanleitungen für den Pflegealltag.
Pflegefachpersonen übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie sind entscheidend an der Prävention, der frühzeitigen Erkennung einer Sepsis sowie an der Einleitung geeigneter Maßnahmen beteiligt. Durch ihr professionelles Handeln können zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle vermieden werden. Gleichzeitig leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Patientensicherheit und zur Vermeidung schwerer Krankheitsverläufe. Denn rund 75 % der Sepsis-Überlebenden leiden an Langzeitfolgen, die sich durch frühzeitiges Eingreifen deutlich reduzieren lassen. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Sepsis erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Was die Sepsis-Schulung vermittelt:
In diesem Kapitel lernen Pflegefachkräfte, die wichtigsten Frühwarnzeichen einer Sepsis eindeutig zu identifizieren. Dazu gehören unter anderem eine unerklärliche Verschlechterung des Allgemeinzustands, Verwirrtheit, schnelle Atmung, Fieber oder Untertemperatur sowie ein beschleunigter Puls. Die Schulung vermittelt, wie subtile Veränderungen richtig eingeordnet werden und warum gerade in der Langzeitpflege eine schnelle Beobachtung lebensrettend sein kann.
In diesem Kapitel erfahren Pflegefachkräfte, welche Faktoren das Risiko einer Sepsis erhöhen darunter chronische Erkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem, offene Wunden sowie Infektionen der Harn- oder Atemwege. Zudem wird erklärt, welche Bewohner besonders gefährdet sind und wie diese Risiken im Pflegealltag gezielt überwacht werden können. Gleichzeitig zeigt die Schulung, wie Präventionsmaßnahmen wie konsequente Händedesinfektion, professionelle Wundversorgung, Impfungen und Aufklärung dazu beitragen, das Sepsis-Risiko wirksam zu reduzieren und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten nachhaltig zu stärken.
Wenn der Verdacht auf eine Sepsis besteht, zählt jede Minute. Dieses Kapitel vermittelt, wie Pflegefachkräfte Sepsis-Symptome sicher erkennen und die Sepsis-Checkliste gezielt einsetzen. Schritt für Schritt wird erklärt, welche Maßnahmen sofort notwendig sind: Vitalparameter erfassen, Auffälligkeiten dokumentieren, das ärztliche Personal informieren und gegebenenfalls Notfallmaßnahmen einleiten. Anhand praxisnaher Beispiele aus der stationären und ambulanten Pflege zeigt die Schulung, wie eine effektive Zusammenarbeit im Team abläuft und warum schnelles, professionelles Handeln im Sepsis-Verdachtsfall lebensrettend sein kann.
Das vierte Kapitel beleuchtet die komplexen und vielfältigen Langzeitfolgen einer Sepsis. Rund 75% der Überlebenden leiden unter anhaltenden körperlichen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen. Von chronischen Schmerzen und Erschöpfungszuständen bis hin zu Depressionen und Posttraumatische Belastungsstörung, die Folgen können das Leben der Betroffenen grundlegend verändern. In diesem Kapitel erfahren Pflegefachpersonen, wie sie diese Symptome erkennen und Betroffene bestmöglich unterstützen können.
Im fünften Kapitel geht es um die wichtigen Themen Nachsorge und Rehabilitation nach einer Sepsis. Obwohl es bislang keine spezifischen Nachsorge-Konzepte für Sepsis gibt, können verschiedene Rehabilitationsmaßnahmen den Genesungsprozess unterstützen. Von neurologischer Reha über Logopädie bis hin zu Physio- und Ergotherapie.
Das sechste Kapitel stellt verschiedene Hilfsangebote für Sepsis-Betroffene und deren Angehörige vor. Selbsthilfeorganisationen wie die Deutsche Sepsis-Hilfe bieten wertvolle Unterstützung durch Erfahrungsaustausch und gegenseitige Hilfe. Pflegefachpersonen können eine wichtige Vermittlerrolle einnehmen, indem Sie Betroffene über Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und weitere Unterstützungsangebote informieren und ihnen helfen, bestehende Hilfen zu beantragen.
Der Videokurs „Sepsis in der ambulanten und stationären Langzeitpflege“ steht DOMICIL-Mitarbeitenden über die DOMICIL-Akademie zur Verfügung und ist exklusiv für eingeloggte Mitarbeiter auf der E-Learning-Plattform Pflegecampus sichtbar. Pflegekräfte erhalten nach Abschluss zwei Fortbildungspunkte. Die Schulung ist durch die Registrierungsstelle beruflich Pflegender zertifiziert: https://www.regbp.de/
Für Mitarbeitende von DOMICIL ist die Kursteilnahme mit einem Zertifikat kostenfrei. Die Videoreihe stellt einen wertvollen Beitrag zur Weiterqualifizierung im Pflegebereich dar. Aber auch pflegende Angehörige können - dann jedoch ohne einen Teilnahmenachweis - die Inhalte kostenfrei nutzen, da die acht Schulungsfilme der Initiative #DeutschlandErkenntSepsis auf YouTube verfügbar sind.
Sepsis zählt zu den gefährlichsten akuten Erkrankungen in der Pflege und sie kann sich innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich entwickeln. Umso wichtiger ist es, dass Pflegefachkräfte die frühen Warnsignale einer Sepsis sicher erkennen und richtig handeln können. Die neue Schulungsfilmreihe stärkt genau diese Kompetenz: Sie vermittelt praxisnahes Wissen, erhöht die Handlungssicherheit im Pflegealltag und hilft dabei, schwere Sepsis-Verläufe zu verhindern und Leben zu retten.
Um die Nachhaltigkeit dieser wichtigen Initiative sicherzustellen, werden die Inhalte der Schulung regelmäßig aktualisiert. So fließen neue wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen kontinuierlich ein – ein entscheidender Beitrag, um das Risiko einer Sepsis in Pflegeeinrichtungen nachhaltig zu reduzieren. Zusätzlich fördert DOMICIL aktiv den fachlichen Austausch innerhalb der Teams, damit Best-Practice-Beispiele geteilt und erfolgreiche Strategien zur Sepsis-Prävention weitergegeben werden können.
Hier geht es zu einer Online-Checkliste, um eine akute Sepsis besser einschätzen zu können, so dass Rettungskräfte im Zweifelsfall schneller mit wichtigen Infos versorgt werden können: https://sepsischeck.de/de
Als Träger von Seniorenresidenzen und Pflegeeinrichtungen steht DOMICIL für höchste Pflegequalität und Sicherheit. Dazu gehört auch, Mitarbeitende regelmäßig zu wichtigen Gesundheitsthemen zu schulen. Die aktive Mitwirkung unserer Berliner Pflegefachkräfte an dieser bundesweiten Sepsis-Initiative zeigt, wie engagiert DOMICIL zur Verbesserung der Pflegequalität beiträgt.
Die Schulungsfilme sind ein weiterer Schritt, Wissen zu stärken, Risiken zu minimieren und Bewohner bestmöglich zu schützen.
DOMICIL setzt damit ein klares Zeichen: „Mitten im Leben – Verantwortung für Menschen“ bedeutet, die Sicherheit und Gesundheit der Bewohner ernst zu nehmen und durch gezielte Weiterbildung wirksam vor Sepsis zu schützen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der individuellen Förderung unserer Mitarbeitenden. Ihre Qualifikation, ihr Bewusstsein und ihr Engagement sind die Grundlage für eine hochwertige, empathische und verantwortungsvolle Pflege. Durch kontinuierliche Fortbildungen stärken wir nicht nur das Fachwissen, sondern auch das Verständnis für die Bedeutung einer frühzeitigen Sepsis-Erkennung. So gelingt es uns, eine Pflege zu gewährleisten, die den Bedürfnissen jedes Einzelnen gerecht wird.