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Pflegerische Fallbesprechungen im Domicil-Seniorenpflegeheim Im Westend, Offenbach

Gesundheit & Forschung: Pflegerische Fallbesprechungen

Pflegerische Fallbesprechungen sind ein wesentliches Instrument der internen Qualitätssicherung und tragen maßgeblich dazu bei, dass Pflegefachkräfte fundierte Entscheidungen treffen können. Sie sorgen dafür, dass alle beteiligten Mitarbeitenden einen einheitlichen Wissensstand über mögliche Pflegeprobleme sowie über die individuellen Ressourcen der Bewohner besitzen. Gleichzeitig dienen Fallbesprechungen dazu, gemeinsame Lösungsstrategien zu entwickeln, die vom gesamten multiprofessionellen Team getragen werden.

Pflegerische Fallbesprechungen fördern die multiprofessionelle Zusammenarbeit – eine Haltung, die der Deutsche Pflegerat seit Jahren stärkt. 

Was zeichnet eine Fallbesprechung in der Pflege aus?

Eine pflegerische Fallbesprechung ist ein zentrales Instrument zur internen Qualitätssicherung und ein Kernelement in der professionellen Umsetzung des Pflegeprozesses. Sie bringt, je nach Situation und Problemstellung, unterschiedliche Berufsgruppen zusammen:  Pflegepersonal, Betreuungspersonal, Küchenpersonal, relevante Ärztinnen und Ärzte, externe Dienstleister, wie beispielsweise Ernährungsberater, Wundmanager und weitere. Moderiert wird sie in der Regel von einer erfahrenen Pflegefachkraft.

Ein besonderer Mehrwert von Fallbesprechungen liegt darin, dass die verschiedenen Sichtweisen der Mitarbeitenden zusammengeführt werden. Dadurch entsteht ein umfassenderes Bild der Realität eines Bewohners, die sogenannte Verhaltenshypothese. Dieses strukturierte Vorgehen unterscheidet Fallbesprechungen klar von eher beiläufigen Gesprächen, etwa im Rahmen einer Dienstübergabe.

Bei DOMICIL stehen die Pflegequalität, die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Bewohner an erster Stelle. Gerade in komplexen Versorgungssituationen ist es entscheidend, dass Pflegefachkräfte interprofessionell zusammenarbeiten und auf einer soliden Informationsbasis handeln. Pflegerische Fallbesprechungen gehören dabei zu den effektivsten Werkzeugen:

  • Sie fördern den fachlichen Austausch im Team.
  • Sie unterstützen die individuelle Einschätzung der Bewohnerbedürfnisse.
  • Sie helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln.

Durch regelmäßige Fallbesprechungen stärkt DOMICIL die Fachkompetenz seiner Mitarbeitenden und stellt sicher, dass die pflegerische Versorgung kontinuierlich weiterentwickelt wird. So bleibt die Pflegequalität nachhaltig auf einem hohen Niveau.

Welche Grundsätze bei einer pflegerischen Fallbesprechungen gelten

An einer pflegerischen Fallbesprechung nehmen auch Mitarbeitende weiterer Funktionsbereiche (z.B. Mitarbeiter der sozialen Betreuung, Koch) teil, falls diese an der Pflege und Versorgung beteiligt sind.

Falls möglich, werden zusätzlich der behandelnde Arzt und externe Therapeuten dazu gebeten.

Moderiert wird eine Fallbesprechung von der verantwortlichen Pflegefachkraft, der Wohnbereichsleitung oder der Bezugspflegekraft.

Anlässe einer Fallbesprechung können geplante Höherstufungen, herausforderndes Verhalten, besondere Ereignisse, Beschwerden von Angehörigen oder akute Veränderungen des gesundheitlichen Zustandes des Bewohners sein. Auch regelhafte Fallbesprechungen (jährlich) über die aktuelle Pflegesituation können einen Anlass darstellen.

Fallbesprechungen leben von den unterschiedlichen Wahrnehmungen und Erfahrungen der Teilnehmenden. Die unterschiedlichen Beiträge können dabei durchaus subjektiv gefärbt sein. Auch kleine und unscheinbare Informationen über den Bewohner können relevant sein.

Struktur und Ablauf einer pflegerischen Fallbesprechung

Eine erfolgreiche Fallbesprechung erfordert Vorbereitung, Struktur und Klarheit. Alle relevanten Unterlagen wie Pflegeanamnesen, Verlaufsdokumentationen, ärztliche Anordnungen oder Beobachtungsprotokolle sollten bereitliegen.

Ein typischer Ablauf umfasst:

Vorbereitung

  • Für eine erfolgreiche Fallbesprechung ist neben der Moderation eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. 
  • Diese Aufgabe kann von einer Pflegefachkraft oder der verantwortlichen Pflegefachkraft übernommen werden.
  • Die Fallbesprechungen sollten in einem ungestörten Rahmen verlaufen.
  • Im Vorfeld sollten alle relevanten Informationen und Unterlagen zusammengestellt werden. Außerdem wird festgelegt, welche Personen an der Fallbesprechung teilnehmen sollen. 
  • Die Terminierung erfolgt über die Kalenderfunktion.
  • Bewährt hat sich die Durchführung der Fallbesprechungen während der Dienstübergabe vom Früh- zum Spätdienst, da zu diesem Zeitpunkt die meisten Mitarbeitenden anwesend sind.

Durchführung

1. Bewohnervorstellung

  • Der Bewohner wird durch den Moderator vorgestellt z.B.
    • mit Pflegeproblemen und Ressourcen
    • aktueller Problemlage im Alltag / in der Pflege / in der Betreuung
    • Ärztlichen Diagnosen / Zustand nach Klinikaufenthalt
    • Sonstigem
  • Jeder Teilnehmende erhält die Gelegenheit, die Bewohnersituation aus seiner Perspektive zu schildern.

2.  Erarbeitung von Lösungen

  • Bisherige Vorgehensweisen oder Maßnahmen werden im Team gesammelt und nach Erfolg bzw. Misserfolg bewertet.
  • Durch Brainstorming werden neue Möglichkeiten gesammelt

    3. Ergebnisse sichern

  • Neue Maßnahmen / Verhaltensweisen / Informationen werden verbindlich festgelegt und protokolliert.
  • Die Bezugspflegekraft arbeitet die Ergebnisse ggf. in die Maßnahmenplanung und strukturierte Informationssammlung (SIS) ein und sorgt für deren praktische Umsetzung.
  • ggf. erneute Risikobewertung über die Risikomatrix der SIS durchführen

4. Bewertung der Wirksamkeit

  • sofern erforderlich wird ein Termin für die Ergebnisüberprüfung der vereinbarten Maßnahmen vereinbart, mit dem Ziel, die Wirkung zu beurteilen und zu dokumentieren
  • nach erneuter Überprüfung (sofern erforderlich) wird das Fallgespräch abgeschlossen
     

Dokumentation

Eine gründliche Dokumentation ist essenziell. Sie sorgt dafür, dass:

  • Verantwortlichkeiten klar geregelt sind
  • Maßnahmen nachvollziehbar umgesetzt werden können
  • Veränderungen erkannt und bewertet werden
  • die Versorgungssicherheit langfristig erhöht wird

Ablauf einer Dokumentation:

  • Das Fallgespräch wird in der Pflegedokumentation festgehalten.
  • Der Protokollant kann sich während der Fallbesprechung Notizen machen und trägt die Ergebnisse anschließend im Berichteblatt unter der Fallbesprechung ein.
  • Alle Ergebnisse, welche Maßnahmen eingeleitet werden und wer diese Aufgabe übernimmt, wird dokumentiert.
  • Ein neuer Evaluationszeitraum wird festgelegt, um die eingeleiteten Maßnahmen zu überprüfen.
  • Zwischenzeitliche Veränderungen beim Bewohner oder besondere Ereignisse, beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten werden im Berichteblatt dokumentiert.
  • Für alle Mitarbeitenden sind die in einer Fallbesprechung definierten Maßnahmen bindend, sobald diese in der Maßnahmenplanung bzw. Tagesstrukturierung eingetragen sind.

 

Welche Ziele verfolgen Fallbesprechungen bei DOMICIL?

Folgende Ziele sind mit Pflegerischen Fallbesprechungen verknüpft: 

  1. Gemeinsame Einschätzung der Situation und des Pflegebedarfs, insbesondere bei herausforderndem Verhalten oder besonderen Ereignissen
  2. Fachlicher Austausch im Rahmen des Risikomanagements
  3. Gemeinsame Entwicklung von Ideen und Lösungsstrategien
  4. Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse der Bewohner
  5. Planung / Abstimmung pflegerischer Maßnahmen und Tagesstruktur der Bewohner 
  6. Abstimmung / Austausch zu ethischen Fragestellungen (z.B. Umgang mit Nahrungsablehnung, Akzeptanz des Bewohnerwillens in speziellen Situationen)
  7. Ermittlung des mutmaßlichen Willens des Bewohners (ethische Fallbesprechung) bei palliativer Versorgung
  8. Förderung der Kommunikation und Kooperation im multiprofessionellen Team
  9. Steigerung der Zufriedenheit von Bewohnern und Mitarbeitenden

Fazit:

Pflegerische Fallbesprechungen stärken Teamarbeit, Sicherheit und Pflegequalität

Pflegerische Fallbesprechungen sind ein entscheidender Bestandteil der modernen Pflege und tragen wirksam dazu bei, die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern. Sie unterstützen Pflegefachkräfte dabei, komplexe Situationen strukturiert zu analysieren, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und pflegerische Maßnahmen gezielt umzusetzen.

Durch die kontinuierliche Anwendung dieser Methode gelingt es, Risiken frühzeitig zu erkennen, die Versorgung individuell anzupassen und die Sicherheit unserer Bewohner langfristig zu erhöhen. 

DOMICIL setzt mit der regelmäßigen Durchführung von Fallbesprechungen ein klares Zeichen für Professionalität, Verantwortung und hohe Qualitätsstandards, ganz im Sinne unseres Leitgedankens: „Mitten im Leben – Verantwortung für Menschen."
 

Kontakt zu Domicil